Sonntag, 11. März 2007; 19:43
Allgemein

Die Serie beginnt wieder bei Null - Ab jetzt heisst's Best-of-5

Playoff-Final, Best of seven – 2. Spiel: Schon vor dem Spiel war klar, dass hier die Mannschaft gewinnt, welche dem enormen Druck besser standhalten kann. Die Rekordkulisse war dafür verantwortlich, dass einige der Amriswiler Spieler diesen Druck gleich doppelt spürten und deshalb nicht mehr das Leistungsniveau des ersten Spiels erreichten. Nun beginnt die Serie von vorn.

Im Gegensatz zur letztjährigen Playoff-Finalserie bei der eigentlich der Sieger schon vor Beginn feststand, haben die beiden ersten Spiele gezeigt, dass diese Serie lang und spannend zu werden verspricht. Gut fürs Volleyball auf jeden Fall und alle welche am Samstag nicht im Tellenfeld waren, haben sicher etwas verpasst. Durch die Rekordkulisse von 900 Zuschauern und die Anwesenheit einer Guggenmusik war der Geräuschpegel konstant hoch in der Halle. Ein Vorteil für all jene Spieler, welche sich in einem solchen Ambiente wohl fühlen und sich zu Höchstleistungen angetrieben sehen. Und zu diesen zählte bestimmt auch Mittelblocker Samuel Büschi, welchem ein sehr gutes Spiel gelungen ist: “Ich bin selbst erstaunt wie gut es uns gelungen ist, mit dem Druck umzugehen. Unser Trainer war diese Woche weniger nervös und dies hat sich bestimmt sehr positiv auf die ganze Mannschaft ausgewirkt, denn seine Stimmung überträgt sich meist sehr unmittelbar auf das Team.” Wie schmal der Weg zum kleinen Plus beim Selbstvertrauen ist skizzierte Passeur Bär nach dem Spiel indem er feststellte: “Der klare Sieg des ersten Satzes half uns über das ganze Spiel unser Selbstvertrauen hoch zu halten. Es wäre bestimmt schwerer geworden, hätten wir nicht einen derart klaren Sieg im Startsatz gelandet.”

Jedes Spiel ein Endspiel

“Jedes Spiel einer Playoff-Serie muss gespielt werden wie wenn es das Endspiel wäre und dies ist uns in Spiel 1 nicht gelungen”, meinte Trainer Serramalera vor Spielbeginn. “Nun sind wir aber in erster Linie bereit ein gutes Spiel zu zeigen und mit viel Freude zu spielen, das Resultat ist dann die Konsequenz.” In der Tat sah man mit wie viel Lust und Einsatz auf beiden Seiten gekämpft wurde. Man wollte den Zuschauern auf jeden Fall viel Spektakel bieten und dies ist auch gelungen, auch wenn der vierte Satz gar nicht mehr nach dem Gusto der Amriswiler Fans verlaufen ist und in der Folge die Lärmkulisse zusammenbrach. Trotzdem hat man gesehen, dass die beiden Finalisten leistungsmässig so ausgeglichen sind wie vielleicht noch nie und sich dadurch die Entscheidung im Verlauf der Serie erst recht im Kopf abspielen wird.

Serie hängt am seidenen Faden

Niemand erwartet, dass sich eine Mannschaft nun deutlich absetzen wird. “Das nächste Spiel wird wieder ähnlich eng werden,” so Marco Bär. Die ganze Serie hänge weiterhin am legendären seidenen Faden. Kleinste Details können in jedem Spiel den Unterschied ausmachen und dadurch dass nun beide Kontrahenten je einen Auswärtssieg gelandet haben, kommt auch dem Heimvorteil eine geringere Bedeutung zu. “Amriswil hat nun den Druck auf seiner Seite und um in der Serie zu bleiben, müssen sie ihr nächstes Heimspiel gewinnen,” meinte ein strahlender Andy Sutter nach dem Spiel. Trainer Jalal Baghdady versichert aber nach Spielende dass er eigentlich nicht allzu enttäuscht sei über die Niederlage, die Mannschaft sei wohl vom hohen Druck etwas überrascht worden. “Aber das nächste Spiel wird ganz bestimmt nicht mehr so einfach,” gibt er sich kämpferisch indem er bereits wieder vorwärts blickt auf das nächste Heimspiel im Tellenfeld.

Chênois-Libero Wälchli sieht leichte Vorteile für Näfels

Sozusagen als neutraler Beobachter war auch Chênois-Libero Micha Wälchli anwesend und meinte: “Beide Teams hatten Mühe mit dem hohen Druck, aber der TVA machte in den entscheidenden Momenten ein paar Fehler mehr und hat dadurch dieses Spiel verloren. Die Serie ist sehr ausgeglichen dieses Jahr aber ich sehe doch leichte Vorteile für SEAT Volley Näfels.”

Mittelblocker Marcus Osias war über den Sieg im zweiten Spiel derart erleichtert, dass er gestand: “Jetzt kann ich meine Mutter in Brasilien anrufen um ihr vom Sieg zu berichten. Nach der Startniederlage hatte ich überhaupt keinen Mumm mit ihr zu sprechen, derart niedergeschlagen war ich.”

Sollte ihm und dem Rest des Teams weiterhin eine derart gute Leistung gelingen, darf man gespannt sein auf das Rezept Amriswils gegen die Spielstärke der Näfelser dagegen halten zu können.