Dienstag, 5. Februar 2008; 09:39
Allgemein

Die schwierige Suche nach dem Mann des Vertrauens

Von: Michael Jud

Seat Volley Näfels tritt morgen in Lugano an. Trainer Edwin Benne hat vor diesem schweren Auswärtsspiel ein «Köbi-Kuhn-Problem» und zählt auf den zuletzt starken Captain Andy Sutter. Die Glarner brauchen einen Sieg, um dem drohenden Abstiegs-Playout zu entgehen.

Man kann den Näfelser Volleyballern nicht vorwerfen, dass sie nicht wissen, woran es liegt, dass sie derzeit gegen den Abstieg und nicht um den Meistertitel kämpfen. Trainer Edwin Benne brachte es am Sonntagabend nach der Heimniederlage gegen Lugano auf den Punkt: «Uns fehlt die Konstanz. Wir spielten trotz einigen Fehlern gut in den ersten beiden Sätzen. Und plötzlich gaben wir Lugano die Chance davonzuziehen.»

Sein Captain Andy Sutter sprach davon, dass der Zusammenhalt im Team jetzt nicht auseinanderfallen dürfe nach dieser frustrierenden Niederlage. Eine Sache im Kopf also. Als Kopf in einer Volleyballmannschaft wird oft der Passeur bezeichnet und es ist kein Geheimnis, dass es im Näfelser Spiel auch dort an Konstanz fehlt.

 

Bedrac oder Gygli?

 

Volleyball-Trainer pflegen oft während dem Spiel den Passeur auszuwechseln, wenn es der Mannschaft gerade nicht läuft. Nicht unbedingt, um den Passeur für eine schlechte Leistung zu bestrafen, sondern um ein Zeichen zu setzen und dem Team neue Impulse zu verleihen. Bei den Glarnern ist das Abklatschen an der Seitenlinie zwischen den Zuspielern Ivan Bedrac und Marco Gygli in letzter Zeit ein gewohntes Bild geworden.


Am Sonntag im Buchholz erhielt Marco Gygli soviel Einsatzzeit wie noch nie in einem Spiel unter Coach Edwin Benne. Ein Zeichen für eine Wachablösung auf der Passeur-Position für den Saison-Endspurt?


Der Näfelser Trainer wollte sich am Sonntagabend gegenüber der «Südostschweiz» nicht festlegen, welcher der beiden jungen Glarner, die beide aus der eigenen Volleyballschule hervorkamen, in der Startaufstellung im morgigen Spiel steht. «Ich muss zuerst eine gründliche Videoanalyse des letzten Spiels machen», so der Holländer. Köbi Kuhn ist damit nicht der einzige Trainer, der in diesen Tagen einen wichtigen Personalentscheid treffen muss.

 

Andy Sutter in Form

 

Die Glarner zählen morgen im Tessin wiederum auf den zuletzt stark spielenden Captain Andy Sutter, auf die Hammer-Aufschläge von Vinicius und darauf, dass Samuel Büschi wie schon am Sonntag mit wichtigen Blocks seinem Spitznamen «Hightower» Ehre erweist.


Und man hofft, dass Vladimir Lastres mit präzisen Linkshänder-Angriffen nach einer zuletzt bescheidenen Leistung wieder zu dem Rückhalt wird, der er sein kann.


Auch als Stimmungskanone und lautstarker Antreiber auf dem Feld kann der Routinier der Mannschaft nützen. Der österreichisch-kubanische Doppelbürger ist sozusagen eine explosive Mischung zwischen Bacardi und Jägermeister. Trainer Benne wechselte ihn im ersten Spiel einige Male aus, wie auch andere Elemente der Mannschaft. Ohne zählbaren Erfolg allerdings, denn Unkonstanz kam für Unkonstanz ins Spiel. Neuer Wein in alten Schläuchen, um im Getränke- Jargon zu bleiben.


Man wünscht sich für die Näfelser Mannschaft, dass sie morgen beim schweren Auswärtsspiel wie ein prickelnder, erfrischender Apfelmost auftritt. Ein Süsser, und nicht Säuerlicher wie zuletzt.

 

Volleyball, Männer, NLA-Playouts, 2. Runde: Pallavolo Lugano – Seat Volley Näfels, Mittwoch, 6. Februar, 20h, Palamondo.