Die grosse Verunsicherung der Volleyballer von SEAT Volley Näfels
Der amtierende Schweizer Meister SEAT Volley Näfels steckt tief in der Krise. Aus den letzen sechs Spielen resultierten fünf Niederlagen. Am Samstag verloren die Glarner erneut. Sursee siegte in der linth-arena deutlich und verdient mit 3:1.
Die Begegnung zwischen Näfels und Sursee war nicht die erwartet spannende Geschichte. Näfels war am Samstag zu schwach, um den Innerschweizern Paroli zu bieten. "Näfels war wie ein wilder Hühnerhaufen", ärgerte sich ein Zuschauer nach dem Spiel. Dieses Urteil ist sehr hart, beschreibt aber treffend das derzeitige Auftreten des Serienmeisters. Das Unheil begann vor Wochen, als Näfels daheim nach vergebenen Matchbällen gegen LUC das Spiel verlor. Seither stockt der Motor. Ruedi Gygli erklärt: "Schon nach dem Spiel gegen Lausanne sagte ich, dass diese Niederlage sehr schlecht für das Vertrauen sei. Seither zittern wir in jedem Match, der Trainer ebenso wie die Spieler. Die Mannschaft ist verunsichert. Ich bin überzeugt, dass wir seither alle Spiele gewonnen hätten ohne diese ärgerliche Niederalge gegen LUC."
Die allgegenwärtige Verunsicherung
Wie verunsichert das Team ist, widerspiegeln auch die Spieler. Sie haben keine Erklärungen, weshalb es in den Spielen so schlecht läuft. Doch etwas haben alle Aussagen gemein, das Thema Verunsicherung. Damit bestätigen auch die Spieler Teammanager Gyglis Analyse. Diese Unsicherheit ist allgegenwärtig. Service, Annahme, Spielaufbau, Angriff und Block-Defense sind dadurch beeinträchtigt und beeinflussen das Spiel negativ. Die Qualität des Spiels ist deshalb mittelmässig. Es sind aber auch individuelle Schwächen einzelner Spieler, die mitverantwortlich für die aktuelle Lage sind. Entscheidend war nicht die Anzahl der Fehler, denn auch Sursee patzerte oft und leistete sich nur unwesentlich weniger Eigenfehler. Es war vielmehr der Zeitpunkt der Fehler kurz vor Satzende, der schmerzte. Auch bei den Services, welche im Training letzte Woche einen Schwerpunkt bildeten, passierten Fehler in Momenten, in denen sie ein Tabu sind.
Team- und Kampfgeist – wo bleibst du?
Eine grosse Differenz zwischen den beiden Mannschaften war aber die geschlossene Teamleistung. Sursee kämpfte ausgezeichnet, zeigte eine hervorragende Defensivleistung und war im Angriff effizient. Näfels Team hingegen wirkte verhalten. Es agierte mit angezogener Handbremse, sehr gehemmt, eben einfach verunsichert. Nur im dritten Satz wirkten die Glarner befreit und kämpferisch auf der Höhe. Zu Beginn und am Ende des Spiels waren die Gäste vom Sempachersee jedoch das wesentlich präsentere Team.
Die schlechtesten Noten bei Näfels verdiente sich am Samstag aber die Annahme. Sursee servierte zwar oft sehr unberechenbar und platziert, aber keineswegs unwiderstehlich. Es reichte aber, um Näfels vor grosse Probleme zu stellen. Viel zu selten kamen die Bälle perfekt zu Passeur Bedrac, der eine kämpferische und gute Partie zeigte. Wegen der ungenauen Annahmen war es aber unmöglich, ein variantenreiches Angriffspiel aufzuziehen. So war das Spiel über die Mitte über weite Strecken der Partie ein Ausfall. Zudem waren auch die Angreifer auf den Aussenpositionen ineffizient. Zu häufig wurden ihre Smashes eine Beute der Verteidigung.
Der Mannschaft mangelt es an Leben
Krisenmanagement ist nun gefragt. Wie geht es weiter? Präsident Klaus Görauch: "Die Hoffnung schwindet langsam. Was wir heute sahen, war nicht Näfels-würdig. Der Mannschaft mangelt es an Leben. Der Vorstand wird nun schnell reagieren und mit der Mannschaft Gespräche führen. Wir haben diese Mannschaft so gebildet um Erfolg zu haben. Daran halten wir noch fest. Es ist nötig, dass man sich gegenseitig wieder vertraut. Gelingt dies aber nicht, so sind personelle Konsequenzen nicht auszuschliessen."



























































































