Montag, 25. Februar 2013; 07:18
NLA

Der TV Schönenwerd lebt Näfels‘ Vision

Von: Köbi Hefti

Die 1:3 (25:18, 25:27, 18:25, 21:25) Pleite von Volley Näfels gegen den TV Schönenwerd bedeutet das Out im Rennen um die Final-Qualifikation. Die Enttäuschung in Näfels ist riesig, die Spieler niedergeschlagen. Ganz anders die Stimmungslage bei Schönenwerd. Die Solothurner überzeugten mit einer starken Leistung, obwohl das Kader vorwiegend aus Schweizern besteht.

 

„Unser Selbstvertrauen geht sehr schnell verloren, wenn wir unter Druck sind. Dies passierte nicht das erste Mal und hat auch heute das Spiel entschieden“, gab Spielertrainer Dalibor Polak nach dem Spiel zu Protokoll. Im Gegenzug machte Polak dem TV Schönenwerd ein grosses Kompliment für die vier abgewehrten Satzbällen im zweiten Satz. „Das war sehr stark, ist hier im sgu schon lange keinem Gegner mehr gelungen“, rühmt er den Gegner. 

Neue Zielsetzung
Nach dieser erneuten Niederlage zieht Polak eine negative Bilanz. „Wir haben dieses Jahr erst ein Spiel gewonnen, das ist katastrophal. Unser Problem ist, dass wir keinen Leader, keinen Star haben, der in jedem Spiel 25 Punkte erzielt. Wenn man dies nicht hat, dann müsste man als Mannschaft agieren, doch auch dies klappt nicht.“ Wie zutreffend diese Aussage zum  Teamwork ist, zeigten die zahlreichen Missverständnisse gegen Schönenwerd, welche  entscheidende Punkte kosteten. Der Trainer äussert sich selbstkritisch, gibt die Hoffnung jedoch nicht auf. Noch seien in der Rückrunde 15 Punkte zu holen und als Aussenseiter würden sie vielleicht besser spielen, blickt er verhalten optimistisch voraus. Teammanager Gygli zieht mit, denkt aber, dass der Zug zum Final abgefahren ist. „Jetzt muss der dritte Platz das Ziel sein“, sagt er.  

Der Teammanager spricht aber auch davon, dass seine Spieler, namentlich Kankaanpää und Ugi Ilic teilweise kläglich versagten. „Das geht einfach nicht“, stellt er fest. Gygli weiter: „Seit Januar spielen wir einzelne gute Sätze, nie aber einen ganzen Match. Viel zu schnell wird der Kopf hängen gelassen. Weiter stört es mich, das vor allem im Angriff teilweise kopflos agiert wird.“ 

Schönenwerd macht vor, was Näfels als Vision hat
Immerhin war nach dieser folgenschweren Niederlage aber bei allen Spielern eine grosse Betroffenheit und Traurigkeit spürbar. Die Gesichter sprachen Bände - diese Pleite ging allen unter die Haut. Genau das Gegenteil versprühte Schönenwerds Trainer Bujar Dervisaj. Nach dem verschlafenen Start hätte er die Jungs wecken müssen, denn sie seien gekommen, um drei Punkte zu holen, blickt er zurück.  Dass dies gelang, freue ihr sehr und ergänzt: „Das ist Schöni“. Dann kommt Dervisaj auf ein Thema zu sprechen, das auch in Näfels eine grosse Bedeutung hat – die Zusammensetzung der Mannschaft:  „Dass wir mit Schweizer Tugenden gegen Ausländer gewinnen, freut mich ausserordentlich. Es ist unser Ziel, dass wir Schweizer Spielern die Chance geben. Ich hoffe, dass die anderen Mannschaften in der NLA sehen, dass dies funktioniert.“  Bei Schönenwerd ist nur ein Ausländer im Team und so aufgestellt, wie es Präsident Martin Landolt zu Beginn seiner Amtszeit in seiner Vision über Näfels‘ Zukunft ausdrückte; eine Mannschaft mit eigenen Spielern aufzubauen und Schweizer Meister zu werden. 

Schönenwerds Trainer kommt dann richtig in Fahrt, macht gar eine kleine Kampfansage: „Als ehemaliger Assistent der Junioren-Nati kenne ich Nico Beeler gut. Er ist einer der talentiertesten Spieler in der Schweiz und mir bricht es das Herz, wenn ich sehe, dass er nicht spielt. Solche Spieler müssen spielen – und wenn er hier nicht spielt, soll er zu uns kommen - bei mir wird er spielen.“ 

Matchtelegramm

Volley Näfels – TV Schönenwerd 1:3 (25:18, 25:27, 18:25, 21:25)

 

 

 

Kann Toni Kankaanpää nochmals in die Leader-Rolle bei Volley Näfels schlüpfen und so überragen wie bei diesem Angriff?