Sonntag, 4. März 2007; 07:55
Allgemein

Der TV Amriswil liess Näfels Volleyballer tauchen

Von: Köbi Hefti

Das erste Playoff Finalspiel um den Schweizer Meistertitel im Volleyball zwischen Seat Volley Näfels und dem TV Amriswil war die erwartet stimmungsvolle und spannende Ouvertüre. Am Ende gab es für die Einheimischen eine herbe Enttäuschung. Der TV Amriswil gewann 3:2.

Beide Teams starteten nervös ins Spiel. So lebte das Spiel anfänglich mehr von Fehlern als von gelungenen Angriffen. Meistens lag Seat Volley Näfels ganz knapp in Führung, doch der TV Amriswil blieb den Glarnern hartnäckig auf den Fersen bis zum Stand von 17:17. Ein Angriff Andy Sutters, ein Service-As von Marco Bär und ein Fehlangriff von Zvolanek brachte Näfels mit 20:17 in Front. Diesen Vorsprung verteidigten sie bis zum Satzende von 25:23.

 

Zvolanek zum Ersten

 

Auch der zweite Umgang war lange Zeit sehr ausgeglichen. Im Vergleich zum Startsatz lebte das Spiel jetzt mehr von Angriffspunkten. Beide Teams agierten weniger fehlerhaft. Andy Sutter bei Näfels und Amriswils Zvolanek sorgten dabei fast für die Hälfte aller Angriffspunkte. Der Satz schien beim Stand von 21:17 für Seat Volley Näfels entschieden zu sein. Dann kam die Nr. 8 von Amriswil – der eben erwähnte Zvolanek – zum Service. Er servierte die Näfelser Annahme förmlich ab. Aus dem Rückstand machte er eine 22:21 Führung für sein Team. Mit einer Blockabwehr verwertete Amriswil seinen ersten Satzball zum 26:24.

 

… und zum Zweiten

 

Amriswils Spieler nahmen den Schwung des Endspurts des zweiten Satzes mit in den nächsten Umgang. Sie führten rasch mit 9:5. Doch dann punktete Andy Sutter sechs Mal in kürzester Zeit und brachte so Näfels wieder heran zum 12:12. Es kam gar noch besser. Als es Richtung Satzende ging führten die Einheimischen 18:16. Dann passierte dasselbe wie im schon zweiten Satz. Zvolanek kam zum Service: Sechs Services später hiess es 18:22 für Amriswil. Erneut war Näfels Annahme nicht gut genug. Beim Stand von 21:24 nützten auch die beiden Service Asse von Marco Bär nichts mehr. Amriswil gewann den Satz 25:23.

 

Erfolgreichste Phase mit dem Messer am Hals

 

Seat Volley Näfels stand damit mit dem Rücken zur Wand und musste diesen vierten Umgang unbedingt gewinnen. Trainer Serramalera liess nichts unversucht. Er setzte die von der Grippe angeschlagenen Spieler ein und auch wieder aus. So kam Captain Rafa im vierten Satz wieder zurück nachdem für ihn zeitweise Tonga spielte. Seat Volley Näfels hatte in dieser Phase seine besten Momente des ganzen Spiels. Erstmals gelang es Druck auf Amriswil auszuüben. Die grosse Schwäche von Näfels in diesem Spiel war die Annahme. Dies führte auch in diesem Satz von einem 14:11 Vorsprung zu einem 14:15 Rückstand. Beiden Teams gelangen dann erfolgreiche Sideouts bis zum Stand von 22:21. Servicewinner Marco Bär – Blockpunkt Büschi/Obeid – Angriff Obeid – waren die drei letzten Punkte zum 25:22 Satzsieg.

 

Das grosse Plus des TV Amriswil

 

Amriswil holte sich nach einem langen Ballwechsel den ersten Punkt. Dabei zeigte sich einmal mehr ein weiterer grosses Unterschied der beiden Teams. Die Thurgauer waren am Block deutlich erfolgreicher als die Glarner. Während Amriswils Angreifer mehrheitlich gut am Block von Näfels vorbei kamen, wurden die Näfels Angreifer - mit Ausnahme des brillanten Andy Sutters – vom Block der Thurgauer sehr oft gebremst. Amriswil gelang so immer wieder ein Break. Dazu waren sie in dieser Phase auch frischer und weniger fehlerhaft. Das Team von Jalal Bagdhdady geriet deshalb im Entscheidungssatz nie echt in Bedrängnis, führte stets mit wenigen Punkten Vorsprung. Den dritten Matchball verwertete Amriswil Captain und Mittelblocker zum 15:12.

 

Der Jubel beim TV Amriswil und bei den zahlreich mitgereisten Fans, die Ihre Mannschaft perfekt unterstützen, war riesig – genau so wie die Enttäuschung bei den Glarnern. Dem Aussenseiter ist mit dem Sieg im ersten Finalspiel die Überraschung gelungen. Es ist ein Sieg, den sich die Amriswiler mit gutem Spiel verdient haben. Da bei Seat Volley Näfels einige Spieler während der Woche krank im Bett lagen, fehlte es ihnen am Ende auch an Kraft. Für die Entscheidung zu ihren Ungunsten ist Näfels aber selber verantwortlich, als sie die sichere Führung im zweiten Satz nicht über die Runden brachten.

 

Matchtelegramm

 

SGU lnth-arena, Samstag, 3. März 2007, 18:00

Seat Volley Näfels - TV Amriswil 2:3 (25:23, 24:26, 23:25, 25:22,12:15)

Zuschauer: 750

Spieldauer: 115 Minuten

 

Seat Volley Näfels: Bär (Passeur), Obeid, Andy Sutter, Büschi, Osias, Rafa (Captain), Werner (Libero); Roman Sutter, Tonga;
Trainer: Juan-Manuel Serramalera

 

TV Amrsiwil: Petzold (Passeur), Kertai (Libero), Hermann, Stojkovic,  Zvolánek,  Büsser, Willi (Captain), Schläpfer, Karic, Jankowski;
Trainer: Jalal Baghdady

 

Schiedsrichter: Weinberger Philippe / Schürmann Philippe