Der TSV Jona fordert Volley Näfels erneut, zum Sieg reicht’s aber nicht
Biogas Volley Näfels schlägt den TSV Jona Volleyball im Play-off Viertelfinal erwartungsgemäss, aber ohne zu überzeugen mit 3:1. Die Glarner stehen damit im Halbfinal, wo Meister Amriswil wartet.
Wie schon im ersten Spiel des Viertelfinals war zwischen Favorit Näfels und Aussenseiter Jona kein Klassenunterschied auszumachen. Jona trat erneut keck und kämpferisch auf. Mit seiner gefährlichsten Waffe, dem Service, setzte es immer wieder Nadelstiche. Nach dem ausgeglichenen Auftakt geriet Näfels nach dem Time-out 8:11 ins Hintertreffen. Die Glarner reagierten darauf umgehend mit sechs Punkten in Folge, nachdem Jonas Annahme die Näfelser Services nicht unter Kontrolle brachte. Damit war der Satz entschieden, Näfels gewann ihn 25:20. In Umgang zwei passierte dasselbe wie vor Wochenfrist. Jona machte mit seinen Services Dampf und Näfels schaute dabei zu. In Zahlen ausgedrückt: Jona buchte bis zum zweiten Time-out mit seinen Angriffen acht, Näfels magere drei Punkte. Da die St. Galler viel riskierten, machten sie aber auch Fehler und führten deshalb nur 16:13. Die Schlussphase hatte es dann in sich. Ein Mittelangriff von Samuel Ehrat wurde von Jonas Libero und best Player Lars Bischof reaktionsschnell abgewehrt und flog direkt zurück in Näfels‘ Niemandsland, was seinem Team die 21:17 Führung einbrachte, gleichzeitig aber auch den Kampfgeist der Näfelser weckte. Ein Angriff, drei Killerblocks und wieder ein Angriff, dazwischen zwei Time-outs von Jona brachten Näfels in diesem Satz die erstmalige Führung mit 22:21 ein. Dann aber verabschiedete sich Näfels mit einem Service- und zwei Angriffsfehlern und einem Smash in Jonas Block. Jona glich nach dem 25:22 zum 1:1 aus.
Entscheidender Schlussspurt
Jona drückte zu Beginn des dritten Satzes mit sehenswerten Angriffen dem Spiel den Stempel auf, führte 8:5. Danach glich sich das Geschehen aus, es entwickelte sich ein spannendes, abwechslungsreiches Spiel bis zum 17:16 für Jona. Dann setzte Näfels, allen voran Best Player Dominik Fořt und Thomas Brändli, zum erfolgreichen Schlussspurt an und holte sich den Satz mit 25:22. Damit war die Luft bei Jona draussen. In vierten Satz ging Näfels, ohne etwas zu tun, dank acht Fehlern der Gäste 11:6 in Führung. Nachdem sich die Platzherren dann auch noch besannen als Team Volleyball zu spielen, hiess es am Ende 25:19. Damit war die Halbfinal-Qualifikation gegen Amriswil geschafft.
Risiko nicht belohnt
Teammanager Ruedi Gygli zeigte sich wenig erfreut: „Ich hoffte, dass die Mannschaft von Beginn an zeigt, wer der Meister ist. Das war nicht so. Unsere Angreifer hatten Mühe um zu punkten, dazu waren unsere Annahmen im Vergleich zu Jona katastrophal.“ Trotzdem war das Spiel am Samstag weniger umkämpft wie vor Wochenfrist, als ein Joner-Sieg in Reichweite lag. Diesmal war Jonas Fehlerquote zu hoch. Trainer Urs Winteler meinte dazu: „Wir müssen mit Risiko spielen, das ging vor einer Woche auf. Auch heute zahlte sich das lange aus, am Schluss aber nicht mehr.
Jonas Captain Gian Reto Riedi sieht trotz des Scheiterns viel Positives: „Wir haben es geschafft einen Gegner zu ärgern, der von der Papierform her einige Level höher einzustufen ist als wir. Wir verkauften uns so teuer wie möglich, setzten Näfels unter Druck.“ Dazu sei es gelungen ihre Baustelle „Annahme“ wieder unter Kontrolle zu bringen, so Riedi weiter.
Fehlende Lockerheit
Näfels Captain Ehrat ist sichtlich froh, dass es zum Sieg reichte und erklärte: „Es war ein Krampf, erneut hat Jona sackstark serviert und gut angenommen. Es war schwierig für uns Druck aufzubauen. Wir traten aber von der Mentalität her nicht so gut auf, weil wir zu gestresst waren“. Damit spricht er die Situation nach dem Ausfall von Stamm-Passeur Reto Giger bis Saisonende an. Zwar sei seit Montag mit Matyáš Demar ein Ersatz da, doch es brauche Zeit um die Abstimmung zu finden. Dieses fehlende Verständnis habe verunsichert, so Ehrat und ergänzt: „Wir waren zu wenig locker. Während der ersten Sätze hat man bei den Spielern kaum ein Lächeln gesehen. Das ist ein schlechtes Zeichen. Jeder war auf sich fokussiert, hatte seinen Tunnelblick.“
Matchtelegramm
Biogas Volley Näfels – TSV Jona Volleyball: 3:1 (25:20, 22:25, 25:22, 25:19)
Lintharena, Näfels. – 250 Zuschauer. – Spieldauer: 101 Minuten.
SR: Faye, Fonio
Biogas Volley Näfels:
Startformation: Demar (Passeur), Ehrat (Captain), Sutter (Libero), Formela, Radomski, Roos, Brändli Einwechslungen: Süess, Fořt, Martinez
Headcoach: Dalibor Polak
Assistant Coach: Mani Müller
Bemerkungen: Näfels ohne Giger (verletzt, Ausfall bis Saisonende)
TSV Jona Volleyball:
Startformation: Tomasetti (Passeur), Riedi (Captain), Bischof (Libero), Beal, Beeler, Maag, Heidrich
Einwechslungen: Kasper, Zahorsky, Bolli
Headcoach: Urs Winteler
Assistant Coach: Karsten Schumacher
Bemerkungen: Jona ohne Milanez (verletzt)

Beste Tat: Die Übergabe des Topscorer-Checks war das Herausragende an diesem Tag von Fabian Martinez

Schwerer Stand: Jonas Topscorer Mitch Beal kassierte acht Monsterblocks

Herausragend: Best Player Lars Bischof zeigte eine Glanzpartie, überzeugte in der Verteidigung wie in der Annahme

Steigende Formkurve: Kuba Radomski spielte stabil

Joner Duell: Joel Roos findet die Lücke im Block seines letztjährigen Teams

Kam, sah und siegte: Dominik Fořt kam für den schwachen Formela ins Spiel und überzeugte, was ihm den Titel als Best Player eintrug

Geglücktes Debut von Passeur Matyáš Demar: Das war ein hartes Spiel, wir waren zu Beginn etwas nervös, spielten am Ende als Team jedoch gut. Für mich war das ein geglückter Einstand.

Zaungäste: Näfels lud seine ehemaligen Spieler zum Viertelfinal ein


























































































