Der grösste Ausflug einer Reise
Der Bubendörfer Volleyballer Samuel Ehrat ist Captain bei Volley Näfels. Das Europacup-Abenteuer ist mit einem Auswärtsspiel in Sibirien zwar zu Ende gegangen, der Cup-Final und ein spannender Meisterschaftsfinal stehen aber bevor.
Am Mittwoch ist Biogas Volley Näfels als letztes Schweizer Männerteam im Volleyball aus dem Europacup ausgeschieden. Gegen Gazprom Jugra Surgut verloren die Glarner das Heimspiel vor zwei Wochen 1:3. Das Rückspiel am Mittwoch ging mit 3:2 nur knapp an die Russen. Samuel Ehrat führte die Näfelser als Captain ins kalte Sibirien. «Wir trauern den ungenützten Möglichkeiten nach. Wir konnten gut mithalten, haben es dann aber nicht geschafft, einen Sieg zu landen», sagt der Bubendörfer nach dem Rückflug aus Moskau. «Wir hätten die Sensation gerne geschafft, den Viertelfinal zu überstehen und zum ersten Mal im Europacup unter die letzten vier zu kommen.»
Die Freude über die Auslosung dürfte bei der Klubführung verhalten gewesen sein. Surgut liegt fast 40 Autostunden östlich von Moskau im autonomen Kreis Jugra. Das Auswärtsspiel in der Industriestadt, die Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts noch 15 000 Einwohner zählte, dank Erdöl- und -gasvorkommen rasant wuchs und heute über 300 000 Einwohner hat, bedeutete eine strapaziöse Anreise. Mit dem Bus nach München, per Flug nach Moskau und mit einem weiteren Flugzeug nach Surgut: «Es war eine lange Reise», bestätigt Ehrat. «Die Stadt bietet für einen Reisenden nicht besonders viel. Aber der Spaziergang durch die Industriestadt bei knappen minus 30 Grad an Eisskulpturen vorbei war schon ein Erlebnis», sagt der 25-Jährige im Bus von München zurück ins beschauliche Näfels.
Es ist der bisher weiteste Ausflug auf Ehrats Reise von Bubendorf, wo er mit Volleyballspielen begann, über Gelterkinden, wo er zum Erstliga-Spieler wurde, an die Spitze des Schweizer Volleyballs. Denn dort ist er als Captain von Näfels und der Nationalmannschaft angekommen.
Cup-Sieger, aber nie Meister
Die Mannschaft von Ehrat spielt eine erfolgreiche Saison. Zusätzlich zum Viertelfinal im internationalen CEV-Challenge-Cup hat sich das Team auch für den Final im nationalen Cup-Wettbewerb qualifiziert. Am 31. März trifft Näfels in der St.-Leonhard-Halle in Freiburg auf Volley Amriswil. Es ist die Neuauflage des letztjährigen Finals, den Amriswil für sich entscheiden konnte.
Doch Ehrat denkt noch nicht an den Cup-Final: In der Qualifikationsrunde der Meisterschaft stehen noch drei Spiele an. Die Näfelser sind als Zweitplatzierte bereits für die Play-offs qualifiziert, es ist aber entscheidend, welchen Rang sie am Ende belegen werden. Je besser die Platzierung, desto schwächer die Gegner in der Viertelfinal- und möglichen Halbfinal-Serie.
«Wir haben ein gutes Team und die Liga ist sehr ausgeglichen. Es liegt alles drin», sagt Ehrat. Der Bubendörfer hat in seiner Karriere zwar zwei Cup-Siege, aber noch keinen Meistertitel vorzuweisen. Er wird alles daransetzen, dieses Ziel zu erreichen. Und wenn die Saison zu Ende ist, soll es an der Uni vorwärtsgehen: Die Bachelorarbeit in Politikwissenschaft will neben dem Spitzensport geschrieben werden.






























































































