Montag, 15. Dezember 2014; 07:15
NLA

Der Cup-Traum ist aus - Volley Näfels verliert gegen Lugano

Von: Köbi Hefti

Biogas Volley Näfels verliert im Tessin die Revanche des Cupfinals gegen die Dragons mit 1:3 (25:22, 25:21, 24:26. 25:17). Einige Schlüsselspieler des Cup-Holders erreichten die Normalform nicht.

 

Der Beginn des Spiels lief lange Zeit so, wie es sich der Titelverteidiger aus Näfels vorstellte. Meist leicht in Führung liegend, nutzten sie ihre Chancen gut. 16:12 hiess es beim Timeout. Doch dann wendete sich das Blatt. Individuelle Fehler in der Annahme und im Angriff, namentlich von den beiden erfahrenen Kyle Friend und Zlatko Pulko. Lugano nutzte die Gunst der Stunde und dominierte das Satzende deshalb klar, die Platzherren gewannen Umgang eins mit 25:22.

Näfels verschenkt den Satz am Ende und reagiert darauf
Nach einem Fehlstart und dem 1:5 Rückstand reagierte das Team von Polak mit gutem Kampfgeist. Dank der tückischen Services von Ehrat glich Näfels das Spiel aus. Es war der erwartete Schlagabtausch, den sich die beiden Teams boten. Bis zum 18:18 schien alles möglich. Näfels ging gar 20:18 in Führung, ehe die Services von Ex-Näfelser Fabian Brander und  Luganos Passeur Sanders die Glarner Annahme überforderte. Lugano hatte leichtes Spiel und holte sich den Satz mit 25:21.

Die Reaktion der Glarner nach den beiden jeweils am Schluss verpatzten Sätzen folgte in Satz drei. Mit Martinez, für den schwachen Pulko spielend, bewies Biogas Volley Näfels Moral und zeigte endlich auch wieder energiegeladene Angriffe. Näfels führte 8:4 und 16:13. Erneut folgte die Aufholjagd der Tessiner gegen das Satzende. Beim Stand von 24:23 hatten sie gar Matchball, welchen sie aber mit einem Fehlangriff vergeigten. Wenig später verwertete Fabian Martinez den ersten Satzball zum 26:24 Satzerfolg.

Klare Sache –klare Worte
Lugano reagierte auf den Satzverlust vehement. Näfels konnte diesem Druck nicht standhalten, wurde phasenweise klar dominiert. Die Spannung war weg, dafür die Freude der rund 100 Zuschauer umso grösser. Auch die letzte taktische Massnahme von Polak, er nahm Friend aus dem Spiel und brachte Pulko wieder, nützte nichts mehr. Lugano gewann Satz mit 25:17 in dieser Höhe verdient. Damit ist den Dragons Lugano die Revanche für die Niederlage im Cup-Final vollends gelungen, während Näfels Traum von der Titelverteidigung schon nach dem ersten Spiel aus ist.

Mario Motta, der Trainer von Lugano war mit dem Ausgang zufrieden. Der Sieg seines Teams begründet er: „Beide Teams machten Fehler, viele Fehler - aber in den entscheidenden Momenten passierte dies uns im Gegensatz zu Näfels weniger.“ Teammanager Ruedi Gygli war sehr enttäuscht nach dem Ausscheiden. Er kritisierte hauptsächlich seine vermeintlichen Teamstützen Zlatko Pulko und Kyle Friend. Die beiden waren in der Tat die schwächsten Glieder in der Kette, machten viel zu viele Fehler und waren wenig effizient. „Die Jungen haben gut gespielt“, ergänzte Gygli.

Dalibor Polaks Analyse fällt ähnlich aus. „Mein Problem war das schmale Kader. Ich konnte nicht wechseln wie es nötig gewesen wäre.“ Eigentlich hätte Polak gerne mit Martinez begonnen, doch damit wäre sein Handlungsspielraum noch kleiner geworden. Immerhin hat der Venezolaner ab dem dritten Satz bewiesen, dass er nach seiner Verletzung wieder voll da. Auch Passeur Gygli, Ilic, Ehrat, Vukasinovic und Sutter spielten gut. Doch um Lugano zu besiegen braucht es von allen eine Topleistung, so wie es der verletzte Captain Alexander im Vorfeld forderte.

Matchtelegramm

#Dragons Lugano - Biogas Volley Näfels 3:1 (25:22, 25:21, 24:26, 25:17)
Palestra Palamondo, Cadempino, Sonntag, 14. Dezember 2014, 18:00

Schiedsrichter: Nellen Christian, Tschrischnig Helmut

Biogas Volley Näfels:
Startformation:
Gygli (Passeur, Captain),  Sutter (Libero),Vukasinovic, Friend, Pulko, Ehrat, Ilic
Ersatzspieler: Bonante (Passeur), Martinez, Fabian Hauser, Nico Suess, Olivier Müller
Verletzt: Dan Alexander

Trainer
: Dalibor Polak
Assistant Coach: Müller Manfred

#Dragons Lugano:
Startformation:
Sanders (Passeur), Del Valle (Libero), Savic, De Prà, Jakovljević, Aguilera, Gotch
Einwechslungen: Bruno, Brander

Trainer: Mario Motta
Assistenztrainer: Matteo Bonacina, Vlado Santor

Zwei die zu gefallen wussten: Ilic (links) und Vukasinovic blocken De Prá