Denis Milanez möchte gerne noch ein paar Jahre weiterspielen
Mit Denis Milanez, dem 40-jährigen Routinier, spielt Biogas Volley Näfels dieses Jahr so schnell wie noch wie. Volleyball ist für den Brasilianer die grosse Leidenschaft. Im Interview mit der Südostschweiz gibt er einen Einblick in sein Volleyballer-Leben.
Denis Milanez, wie kamen Sie zum Volleyball
Denis Milanez: In Brasilien spielen alle Fussball, das galt auch für mich. Doch dann hatte ich einen Sportlehrer, der mit uns Volleyball spielte. Ich war damals 13 Jahre alt. Nach knapp drei Jahren erhielt ich eine Offerte, um für wenig Geld bei einem Club in der U-19 Mannschaft zu spielen. Dieses Angebot nahm ich an, musste dafür aber in eine andere Stadt umziehen. Ich war damals ein guter Angreifer. Aber ich wurde nicht mehr grösser und war zu klein, um als Angreifer in einer höheren Liga Fuss zu fassen. Deshalb riet mir mein Coach Zuspieler zu werden.
Wie sah danach Ihr Werdegang aus?
Denis Milanez: Danach spielte ich fast jedes Jahr für einen anderen Verein. Mit 21 schaffte ich den Sprung in die die höchste Klasse, die brasilianische Superliga. Während zwölf Jahren spielte ich dort. 2004 war die Zeit gekommen um Brasilien zu verlassen. Ich wollte neue Länder und Sprachen kennenlernen. In der ersten Station in Finnland lief es jedoch nicht gut. Nach nur zwei Monaten zog ich nach Portugal weiter. In der darauf folgenden Saison begann meine Schweizer Zeit mit den drei Jahren in Sursee. Danach kehrte ich nach Brasilien zurück, bevor ich vor vier Jahren wieder zurück kam und bei Schönenwerd spielte. Und jetzt bin ich endlich bei Näfels.
Wie kam es, dass Sie jetzt bei Näfels spielen?
Denis Milanez: Kaum in der Schweiz angekommen hörte ich, dass Näfels der traditionsreichste Verein des Landes sei. Ich war dann immer wieder in Kontakt mit Näfels, aber zu einem Vertrag kam es nie. Nach der letzten Saison und den drei Jahren bei Schönenwerd wünschte ich eine Luftveränderung. Erneut hatte ich Kontakt mit Ruedi Gygli und diesmal klappte es endlich. Darüber bin ich sehr happy.
Was können Sie uns über Ihre private Seite verraten?
Denis Milanez: Zusammen mit meiner Frau, die bei Glaronia Volleyball spielt, und meinem 13-jährigen Sohn wohne ich in Mollis. Der Junge geht dort zur Schule und es gefällt ihm. Er vermisst zwar seine Freunde in Brasilien, aber er ist ein unkomplizierter Junge und knüpft hier neue Freundschaften. Er ist jetzt im Teenageralter und ich möchte, dass er hier die Schule beendet. Er soll da bleiben, hier heimisch werden. Auch wenn ich nicht mehr hier bei Näfels wäre, soll sich nicht mehr mein Sohn anpassen, sondern ich. Für einen Jungen ist es wichtig, dass er sich in einem stabilen Umfeld entwickeln kann.
Ein Mitspieler bezeichnete sie als Gambler. Stimmt das?
Denis Milanez: Ich vergleiche das Spiel als Passeur mit einem Schachspiel. Man muss immer mehrere Spielzüge vorausdenken, die Gegenspieler gut beobachten und das tun, was diese nicht erwarten. Das Wichtigste ist, dass der Zuspieler nicht berechenbar ist. Oft ist die für mich schwierigste Option doch die beste. So kann man den Gegner verrückt machen. Das gefällt mir sehr.
Sie sind 40 Jahre alt. Ihr Trainer Dalibor Polak meinte, dass Sie topfit sind und noch viele Jahre spielen können. Was sagen Sie dazu?
Denis Milanez: Ich liebe Volleyball so sehr! Ich hoffe, dass ich noch möglichst lange weiterspielen kann. Ich mag nicht nur die Spiele sondern auch das Training. Die Ernstkämpfe sind für mich dann die Belohnung für die harte Arbeit während der Woche.
Kennen Sie körperliche Probleme?
Denis Milanez: Zum Glück hatte ich nie eine ernsthafte Verletzung. Aber es gibt keinen Tag, an dem mir nicht etwas wehtut. Wenn man so hart trainiert, springt wie ein Känguru, ist dies normal, denn der menschliche Körper ist dafür nicht geschaffen.
Sie sind auch Coach des 1. Liga Teams. Wie gefällt Ihnen diese Aufgabe?
Denis Milanez: Ich war schon immer nebenbei noch Trainer. Als Zuspieler hat man einen guten Blick fürs Spiel und ist deshalb als Trainer im Vorteil. Bisher trainierte ich fast immer Mädchen und Frauen. Mit den Jungs hier in Näfels macht es aber viel Spass. Es ist eine sehr gute Erfahrung, denn die Spieler lernen von mir, aber ich lerne auch viel von ihnen.
Welche Volleyball Philosophie haben Sie?
Denis Milanez: Volleyball ist das schwierigste Spiel. Im Gegensatz zu anderen Ballspielen kann man im Volleyball den Ball nicht annehmen und dann weiterspielen. Es gibt nur eine ganz kurze Ballberührung und diese muss genau stimmen, sonst sind Ball und Punkt weg. Das Training ist deshalb sehr wichtig. Je mehr man übt, umso besser ist die Kontrolle des Balls. Volleyball ist aber auch ein mentales Spiel. Die Stärke im Kopf ist wichtiger als die Physis.
Was ärgert Sie am meisten während eines Spiels?
Ängstliche Auftritte mag ich nicht. Wenn man hundertfach etwas trainiert, im Spiel dann aber zögerlich ist, gar Angst zeigt, dann ärgert mich dies wirklich. Wir trainieren tagtäglich diese Sachen, da muss man im Spiel einfach das Beste geben.
Was sagen Sie zu Biogas Volley Näfels?
Denis Milanez: Das ist ein professioneller, sehr traditionsreicher Verein und Schweizer Volleyballgeschichte seit Jahrzehnten. Der Verein bietet alles, was es braucht um erfolgreich zu sein. Jetzt bin ich Teil davon und das freut mich sehr.



























































































