Dejan Bogdanovski träumt von einer Profi-Karriere
Der Oberurner Dejan Bogdanovski gehört als 18-jähriger schon zum NLA-Kader von Volley Näfels. Das einstige Sport-Antitalent hat sich diesen Aufstieg mit Ehrgeiz in einem guten Umfeld erarbeitet.
Wenn Dejan Bogdanovski am Sonntag beim Derby zwischen Näfels und Jona aufläuft, ist dies für ihn ein emotionaler Moment. Er spielt gegen jenen Verein, in welchem er in den letzten drei Jahren im Nationalen Trainingszentrum (NTZ) zum achtfachen Junioren Nationalspieler im Volleyball reifte. Jetzt ist er zurück in Näfels und spielt in der NLA. An ein Derby erinnert er sich speziell: «Ich spielte bei Näfels’ U13. Im Final der Schweizer Meisterschaft trafen wir auf Jona. Unsere Rivalität war sehr ausgeprägt. Wir gewannen. Diese erste Goldmedaille war sehr speziell und etwas Emotionales, anders und besser als die Titel, die danach noch folgten.»
Als Kind ein Antitalent
Dejan Bogdanovski ist durch und durch Oberurner. Er erzählt: «Das Glarnerland, vor allem Oberurnen, ist meine Heimat. Das ist mein Traum- und Rückzugsort. Ich bin stolz hier zu wohnen, nie möchte ich in Zürich leben, dort würde mir die Ruhe fehlen.» Er fühlt sich aber auch als Nordmazedonier, da seine Eltern aus diesem Land stammen. Er erklärt: «Obwohl ich nie dort lebte, habe ich zu Nordmazedonien einen grossen Bezug. Viele Verwandte und Kollegen leben dort. Für dessen Nationalteam werde ich aber nie spielen, da ich mich zu hundert Prozent als Schweizer fühle.» Auch wohnen möchte er nicht in seiner zweiten Heimat, zumindest nicht jetzt, aber «vielleicht in fünfzig Jahren, wenn ich pensioniert bin.» Dejan Bogdanovski ist 18-jährig und mit einer Grösse von 1.96 Meter für Volleyball wie geschaffen. Dass er einmal Volleyballer werden würde, war lange Zeit unvorstellbar. Er sei als kleines Kind ein sportliches Antitalent gewesen. «Im Fussball hatte ich zwei linke Füsse und den Basketball konnte ich nie fangen. Vom Volleyball sprechen wir lieber nicht», so der Teenager ganz ehrlich.
Maximal scheuer Junge
Sein Weg zum Volleyball sei eine spezielle Geschichte, sagt er und erzählt: «Wie immer verbrachten wir unsere Sommerferien in Lešok, dem Heimatdorf meiner Eltern im Norden Nordmazedoniens. Abends traf sich das ganze Dorf und spielte auf einem Betonplatz Volleyball, mit dabei auch mein Papi.» Dejan schaute zu und fand Gefallen an diesem Spiel. Er bat seinen Vater mit ihm zu spielen. Dieser hatte keine grossen Erwartungen, da sein Sohn damals kaum einen Ball fangen konnte. Umso überraschter war er, wie Dejan mit dem Volleyball umging und sich auf eine Weise bewegte, die er von ihm nicht gewohnt war. Daraufhin schickten ihn seine Eltern ins Volleyballtraining. Sie erhofften sich, dass er so neue Kollegen finden würde «weil ich damals maximal scheu war und lediglich mit zwei Freunden und der Familie Kontakt hatte», so Einzelkind Dejan Bogdanovski. Das Training bei Ernesto und Sandra Gygli löste den Knopf. Er wurde offener, sportlich besser und sein Ballgefühl wuchs markant. Das Spiel und das Umfeld mit neuen Kollegen packten ihn. Zehn Jahre sind seither vergangen und aus dem Antitalent wurde ein hoffnungsvoller Volleyballer. In seinem Palmarès ragt die Halbfinalqualifikation mit der Junioren-Nati nach einem Sieg über Spanien beim U20-Turnier der WEVZA (Western European Volleyball Zonal Association) in Frankfurt im Januar 2024 heraus.
Der Rat Urs Wintelers
Nach der Schulzeit wechselte Bogdanovski ins NTZ Jona, gleichzeitig begann er seine Ausbildung zum Kaufmann an der United School of Sports. Dieses Sportler-KV-Lehre dauert vier Jahre mit je zwei Jahren Schule und Arbeit. Bogdanovski absolviert derzeit sein letztes Lehrjahr auf der Gemeinde Glarus Nord, wo es ihm sehr gut gefällt.
Im Volleyball riet ihm sein Trainer Urs Winteler, sich auf die Position Annahme/Aussen zu fokussieren, damit er bessere Chancen habe, um sich national und später auch international durchsetzen zu können, was das erklärte Ziel des Jungtalents ist. Der erste Schritt in diese Richtung folgte rasch. Seit dieser Saison gehört er zu Näfels’ NLA-Team. Darüber ist er sehr glücklich: «Das Niveau, die Nähe des Trainings vor der Haustüre, die Jungs und die Atmosphäre im Team gefallen mir sehr. Dass auch Tom Schwitter dabei ist, mit dem ich all die Jahre zusammenspielte, ist super. Besser hätte es nicht laufen können.» In seinem ersten NLA-Jahr will er sich erst einmal an das Niveau gewöhnen. Sein Ziel ist Stammspieler zu werden. Dafür gibt er sich aber Zeit und meint: «Ich bin ehrgeizig. Wenn ich etwas anfange, will ich es auch zu Ende bringen.»
Lieber daheim als im Ausgang
Die Gesundheit ist ihm ein wichtiges Thema. Er hofft, dass es ihm, seinen Eltern, der Familie und allen Kollegen gut geht, er verletzungsfrei bleibt und ihm eine Spitzensportkarriere im Ausland vergönnt ist. Er mag es, wenn es stetig vorangeht. Verbissen ist er deswegen nicht. Er mag es humorvoll und lacht gerne. Zu seinen Werten sagt er: «Lieb und ehrlich zu sein und ein gutes Verhältnis zu Eltern und Kollegen sind mir wichtig. Unehrliches Verhalten und das Lästern hinter meinem Rücken ärgern mich.» Seine Freizeit verbringt er gerne mit Kollegen, davon sind viele auch Volleyballer. Wenn es die Zeit erlaubt, schaut er auch Fussball und macht Video-Spiele, daheim, wo er gerne ist, denn «Ausgang, das war noch nie mein Ding», so die Glarner Nachwuchshoffnung.






























































































