Das Tief kam leider gerade zu einer sehr dummen Zeit...
Der Eschenbacher Thomas Büsser bleibt mit Volley Näfels in dieser NLA-Saison ohne Medaille. Ein Satz fehlte Thomas Büsser* mit Näfels für den Einzug in den kleinen Meisterschaftsfinal. Im Cup scheiterte man in den Viertelfinals an Lausanne. Im Interview zieht der 38-Jährige Bilanz und verrät, wovon seine Zukunftspläne abhängen.
Thomas Büsser, nach zwei Medaillen im Vorjahr gingen Sie in dieser Saison mit Näfels leer aus. Sind Sie enttäuscht?
Thomas Büsser:
Der 5. Platz ist schon enttäuschend. Enttäuschend verlief aber nur der Januar und Februar. Sonst spielten wir recht erfolgreich. Leider kam das Tief gerade zu einer sehr dummen Zeit
Die Baisse kam exakt auf den Start der Play-Off-Runde. Was waren aus Ihrer Sicht die Gründe?
Das ist schwierig zu sagen. Spielertrainer Dalibor Polak hatte sich am Ellbogen verletzt. Auch Aussenangreifer Toni Kankaanpää war zwischendurch krank. Es braucht recht wenig. Andererseits haben wir am Schluss gesehen, dass wir auch ohne die beiden gut spielen konnten. Das Problem lag sicher mehr im Kopf als an der spielerischen Qualität
Haben sich die Gegner gesteigert?
Es lag sicher eher an uns. In den Trainings ist es viel besser gelaufen als in den Spielen. Aber man muss schon sehen, dass die Teams der Play-Off-Runde recht nah beisammen sind. Da braucht es nicht viel, damit es nicht reicht. Lugano ist ein Stück besser, aber bei den übrigen Teams entschied die Tagesform
Am bittersten für Näfels ist wohl die Tatsache, dass man nächste Saison nicht europäisch spielt, obwohl Rang 4 gereicht hätte?
Das ist sicher am bittersten. Schlussendlich hatten wir auch ein schlechtes Los. Chênois spielte am Ende gegen Amriswil, das bereits für den Final qualifiziert war und ein Juniorenteam spielen liess
In der letzte Runde musste Näfels in Schönenwerd einen Tag vor dem direkten Konkurrenten Chênois spielen.
Das ist nicht verständlich vom Verband. Chênois war dadurch sicher im Vorteil
Glauben Sie, dass die Genfer mit Lausanne sogar ein «Westschweizer Päckli» gemacht haben?
Das glaube ich nicht, dafür ist die Rivalität zu gross. Aber es zeigt die Problematik: Wenn wir einen Tag später gespielt hätten, hätten wir ein «Päckli» mit Schönenwerd machen können, das noch einen Satz brauchte, um in den kleinen Final zu kommen (das Spiel endete mit einem 3:2 für Näfels, bei einem 3:1 wären sowohl Schönenwerd als auch Näfels im kleinen Final gewesen, die Red.)
Näfels hat während der Saison alle Gegner mindestens einmal geschlagen. Wäre also auch aus dieser Perspektive mehr als Platz 5 drin gewesen?
Ich behaupte sogar, das wir das einzige Team waren, das Lugano in der Play-Off- Runde Paroli geboten hat. Bei den zwei Niederlagen gegen Amriswil fehlte Lugano jeweils ein wichtiger Stammspieler
Sind Sie selbst mit der Saison zufrieden oder hofften Sie, mehr zu spielen?
Dass ich mehr spiele hatte ich nicht gehofft, aber bezüglich meiner körperlichen Leistung hatte ich etwas mehr erwartet. Zweimal war ich krank, zuletzt vor der Rückrunde der Play-Offs. Da brauchst du jeweils mehrere Wochen, um wieder richtig fit zu werden
Sie sind mittlerweile 38. Spüren Sie körperlich Abnützungserscheinungen?
Ich habe keine Schmerzen, den Gelenken geht es gut. Aber ich merke, dass ich mehr Regenartion brauche als früher
Hatten Sie in dieser Saison bessere Bedingungen als in der letzten, als Sie mit Hausbau in Eschenbach und Weiterbildung stark belastet waren?
Das Haus war im letzten Frühjahr fertig. Die kaufmännische Ausbildung habe ich im Sommer abgeschlossen. Ich war zu Hause und konnte mich neben den Kindern aufs Volleyball konzentrieren
Wie sieht es für kommende Saison aus, machen Sie weiter?
Ich habe mich noch nicht entschieden
Hängt der Entscheid von Näfels ab oder von Ihnen?
Schon mehr von mir. Es ist ein bisschen abhängig von der Zusammensetzung der Mannschaft und vom Trainer. Wenn ich zudem einen Job mit gewissen Prozentstellen finden würde, müsste ich mir ein Weitermachen überlegen
Wie hoch sind die Chancen, dass Sie noch eine NLA-Saison anhängen?
Ich würde sagen momentan 60:40
Sie haben zwei Meister- und zwei Cuptitel gewonnen. Möchten Sie mit einem weiteren Titel abtreten?
Klar wäre es wunderschön, mit einem Titel aufzuhören. Es macht nicht so Spass, die Saison als Fünfter zu beenden
Wie schätzen Sie denn das Potenzial von Näfels in der aktuellen Zusammensetzung ein?
Mit den Leuten, die jetzt da sind, sollte man sicher vorne mitspielen können. Gemäss Gerüchten will Lugano allerdings sogar in der Champions League mitmischen und entsprechend das Kader weiter aufrüsten. Dann wird es für die andern schwer, ganz nach vorne zu kommen
Mit dem 20-jährigen Nico Beeler spielt ein weiterer hoffnungsvoller Spieler aus unserer Region bei Näfels. Wie beurteilen Sie seine Leistungen?
Es war schade, dass er in der ersten Saisonhälfte verletzt war. Ich denke gerade im Januar und Februar war auch er noch nicht so fit. Vielleicht war das auch wieder so ein kleiner Baustein, der dazu geführt hat, dass man das eine odere andere «Pünktli» nicht geholt hat
Vom Trainer von Schönenwerd, Bujar Dervisaj, gab es in diesem Frühjahr eine Art Kampfansange, dass talentierte Schweizer Spieler wie Beeler mehr eingesetzt werden sollten.
Diese Aussage fand ich etwas daneben. Erstens kannte er die Situation bei Näfels nicht, zweitens geht es in der NLA nicht mehr darum, einfach junge Schweizer spielen zu lassen. Es geht darum, mit den Leuten, die in Form sind, zu siegen, vor allem in der Play-Off-Runde
Dann finden Sie, dass Beeler genügend Bewährungschancen erhalten hat?
Ja, und er hat es am Schluss ja auch gut gemacht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er es anders empfunden hat
In Kürze startet bereits wieder die Beachsaison. Wie sehen Ihre Ambitionen aus?
Ich werde nicht mehr so viel «beachen».Ein paar Turnierli spielen, aber nicht die Coop Beach Tour. Ich werde auch keinen festen Partner haben
Dann werden Sie vor allem Turniere in der Nähe spielen?
Ja. Wir werden dieses Jahr auch zwei A3-Turniere im Grünfeld in Jona organisieren, am 11. Mai und am 20. Juli
* Thomas Büsser wohnt mit seiner Frau Andrea, die als Lehrerin in Hinwil arbeitet, sowie Sohn Nico (6) und Tochter Amelia (3) in Eschenbach.



























































































