Das Tagebuch von Nathan Broch über die aussergewöhnliche Europacup-Reise
Nathan Broch, der Laufener, der seit dieser Saison in Näfels lebt und Volleyball spielt, berichtet, wie er sein allererstes Europacupspiel erlebte, mit Abfahrt am Sonntagabend um 22:00 in Näfels, der 900 km langen Nachtfahrt im Bus nach Komárno, dem Zentrum der ungarischen Minderheit in der Slowakei , dem Drumherum auf der Europacupbühne, der Kleinstadt mit 37'000 Einwohnern, dem Spiel und den Fans und der langen Rückfahrt ins Glarnerland unmittelbar nach dem Spiel.
Sonntag 22:00:
Mit noch etwas getrübter Stimmung von der Niederlage gegen Amriswil beginnt die Reise in die Slowakei. Durch die Nacht werden wir die rund 10h Busfahrt bewältigen, was für mich zur Folge hat, dass der Schlaf etwas zu kurz kommen wird, da ichnormalerweise auf dem Bauch schlafe und es mir schwer fällt auf andere weise einzuschlafen. Als Student (Maschinenbau ETH) bedeutet dieses Europacup-Abenteuer natürlich auch weniger Zeit zum Lernen jedoch habe ich mir vorgenommen etwas mit Fluiddynamik auf der Fahrt auseinanderzusetzen. Bezüglich Gegner ist uns wenig bekannt jedoch malen wir uns Chancen aus, eine Runde weiterzukommen. Da ich im Sommer auch international Beachvolleyball spiele bin ich schon in vielen Ländern gewesen vor allem in Europa jedoch noch nie in der Slowakei also bin ich gespannt was mich da erwarten wird.
Montag 8:30:
Angekommen im nebligen Komárno erledigen wir so schnell wie möglich das Check-in fürs Hotel. Wir müssen uns aber gedulden bis die Zimmer bereit sind. Wie erwartet gab es für mich zu wenig Schlaf, um genau zu sein knapp eine Stunde. Ich warte eine Stunde in der Lobby, gehe dann sofort ins Zimmer um noch ein wenig Schlaf nachzuholen.
Montag 14:00: Jonas, Dejan, Tom und ich haben uns entschieden frische Luft zu schnappen und uns Komárno anzusehen. Es war immer noch neblig und geschätzte 5 Grad. Es gab nur eine kurze Runde zu einem Supermarkt. Danach Videoanalyse der Gegner. Dazu bekommen wir Inputs zur Spielstrategie, welche unsere Coaches sich erarbeitet haben.
Montag 18:00:
Wir fahren mit dem Bus in die Halle und machen ein kleines Aktivierungstraining. Die Halle hat ungefähr die Dimensionen der Lintharena, dazu eine sehr grosse Tribüne, was auf viele Zuschauer hoffen lässt. Im Training machte sich die Müdigkeit bemerkbar. Ich fand es sehr schwer mich zu konzentrieren und war nicht der einzige, dem es so erging.
Montag 21:00:
Gemeinsames Abendessen im Hotel. Danach ging ein Grossteil des Teams (inklusive mir) ins Casino, welches im Hotel integriert war. Wir haben unser Glück an den Spielautomaten versucht, nur einer war erfolgreich. Somit blieb die Hoffnung auf mehr Glück im Spiel gegen Komárno.
Dienstag 9:30: Ausgeschlafen begeben Jonas und ich uns zum Frühstück. Der Coach hat uns selbst überlassen, wann wir zum Frühstück gehen wollen. Danach ging es nochmal kurz zurück ins Zimmer bevor wir dann um 10:30 los sind, um ein weiteres Aktivierungstraining zu haben. Die Stimmung war besser, man spürte, es ist Gameday.
Dienstag 14:00:
Jonas, Gabriel und ich haben uns dazu entschieden nochmals ein wenig die Stadt anzusehen. Jedoch war das Wetter immer noch düster, weshalb wir nach einem kürzeren Spaziergang durch die komplett leere Altstadt ein Café aufgesucht haben und uns dort bei Kaffee und Kuchen etwas unterhielten.
Dienstag 16:30:
Im Hotel gab es noch ein gemeinsames Zvieri, um gestärkt in die Spielvorbereitung zu gehen. Danach hiess es dann schon packen, da wir direkt nach dem Spiel die Heimfahrt antreten.
Dienstag 17:30:
Mit ganzem Gepäck warten wir in der Hotellobby auf unseren Bus. Die Stimmung ist eher ruhig, vielleicht auch ein bisschen angespannt. Wir wissen nicht genau, was uns erwartet. Es sind nur 2 Spiele, die über den Verbleib im Europacup entscheiden. Wir haben eine lange Reise auf uns genommen und wollen uns auch dafür belohnen. Im Gegensatz zur NLA stehen uns völlig unbekannte Leute gegenüber. Auch was uns seitens der Fans erwartet, ist noch unklar.
Dienstag 21:30:
Es ist vollbracht nach einem emotionalen und sehr umkämpften 5-Satz Sieg feiern wir in der Garderobe. Eine grossartige Teamleistung lässt uns gemeinsam diesen Erfolg geniessen. Die Gegner waren auf Augenhöhe und haben kämpferisch, fair gespielt. Auch von den Fans in der zu etwa 70% gefüllten Halle kam nur Positives. Alles in allem ein super Erlebnis, was beinahe die anstehende Heimfahrt vergessen lässt. Nach nicht allzu langem Trödeln in der Garderobe befinden wir uns im Bus und begeben uns nach einem kurzen Stopp im Burger King auf die Heimreise in den Zigerschlitz. Das Studium wurde von mir für die Rückreise bewusst vernachlässigt. Ich habe noch einen Film geschaut, bevor ich dann versucht habe zu schlafen. Durch die Müdigkeit vom Spiel konnte ich sogar fast 4 Stunden schlafen. Somit fühlte es sich deutlich kürzer an bis wir dann um etwa 10:00 auf dem Parkplatz der Lintharena angekommen waren. Gemeinsam mit meinen Mitbewohnern Jonas, Mathis, Connor und Roy stiegen wir ins Auto und ab ging’s nach Hause, wo nochmals ordentlich Schlaf auf dem Programm stand, da bereits am Donnerstag wieder Training und am Samstag ein Meisterschaftsspiel auf dem Programm stehen.
































































































