Montag, 17. August 2015; 16:09
NLA

Das lange Warten hat ein Ende

Von: Köbi Hefti

Trotz schwierigen politischen Rahmenbedingungen kann Volley Näfels die Wunschelf präsentieren. Volley Näfels hat sein Team für die neue Saison zusammen. Mit Marc Walzer und Denis Milanez kehren zwei Spieler zurück. Nach langem Warten auf die Arbeitsbewilligungen kann Näfels auch den Zuzug eines US-Amerikaner und eines Brasilianers vermelden.

 

Trainer Dalibor Polak und viele Spieler, die letzte Saison mit Näfels Meisterschaftsbronze holten, werden auch in der kommenden Saison wieder bei Biogas Volley Näfels im Einsatz stehen. Dass Trainer Polak sein drittes Jahr als reiner Coach im Glarnerland bleibt, war rasch klar gewesen. Teammanager Ruedi Gygli erklärte, dass die Arbeit von Dalibor Polak sehr geschätzt werde und auch die Spieler hinter dem Trainer ständen. Sie hätten aber auch darüber gesprochen, dass Polak schwierigen Charakteren den Tarif klar bekannt geben müsse, wenn diese den Trainings- und Spielbetrieb stören, wie dies vergangene Saison geschah. In der Vergangenheit war der Tscheche in dieser Hinsicht manchmal zu nachsichtig. Neben Polak stösst mit Robin Bhaggan (Ho) erstmals ein vollamtlicher Assistenztrainer zu Näfels. Ruedi Gygli sagte, dass der Holländer ein junger, hungriger Coach sei, der auch für den Nachwuchs tätig sein werde.

 

DIE NATIONALSPIELER Samuel Ehrat (Mitte), Marco Gygli (Pass) und Manuel Sutter (Libero) bilden zusammen mit dem jungen Pascal Wunderle sowie rückkehrer Marc Walzer (Mitte, bisher Volley Amriswil) die Schweizer Fraktion. Gerne hätte Ruedi Gygli noch einen Schweizer mehr in seinen Reihen gehabt, da ab der kommenden Saison immer zwei in der Schweiz ausgebildete Spieler auf dem Feld sein müssen. Zwar wurden Gespräche mit einigen bekannten Namen geführt, am Ende aber klappte es nicht, weil alle Kandidaten aus persönlichen Gründen absagten. So konnte Dalibor Polaks Wunsch, mit drei Schweizern in der Mitte und damit ohne die Fesseln mit der Schweizer-Regelung in die neue Saison zu gehen, nicht erfüllt werden.
  
Ebenfalls wieder dabei sind Zlatko Pulko als Diagonalangreifer, Kyle Friend auf Annahme/Aussen und Fabian Martinez als Universalspieler.

Von Näfels verabschiedet haben sich Ilic, Vukasinovic, Meyer, Bonante und Milic.

AUF DER SUCHE nach erfolgsversprechenden Verstärkungen zeichnete sich rasch eine erste Lösung auf der Position des Passeurs ab. Denis Milanez, der letzte Saison in Luzern als Trainer der NLA-Frauenequipe einen gelungenen Start feierte, war in der Innerschweiz bald nicht mehr glücklich. Der Brasilianer kommt als zweiter Passeur neben Captain Marco Gygli zurück zu Näfels.
  
In der Mitte stösst mit Matt Pollock ein Hüne zu Näfels. Der 2,08 m grosse 25-jährige Amerikaner spielte in den beiden letzten Jahre in Finnland, wo er mit guten Werten in der Statistik auffiel. Zudem kennen sich Kyle Friend und Matt Pollock von den diesjährigen US Open, an denen die beiden im gleichen Team spielten. Pollock entschied sich trotz Angeboten aus besser angesehen Ligen für Näfels, dies dank der Überzeugungsarbeit von Teamkollege Kyle Friend und der guten Reputation von Biogas Volley Näfels.
Auf der Suche nach einem zweiten Annahmespieler wurde Teammanager Ruedi Gygli wieder einmal in Brasilien fündig. Dieser Spieler heisst Bruno Godoy, ist 28 Jahre alt und 1,92 m gross. Zuletzt spielte er zwei Jahre in der Superliga in Brasilien, hat aber auch schon in Frankreich und auf Zypern gespielt. Godoy ist ein athletischer, sprungstarker Spieler, der zuletzt in seiner Heimat Publikumsliebling war.

SEIT ENDE JUNI waren die Verträge unterzeichnet und die Mannschaft komplett. Doch bis Anfang August war nicht klar, ob das Team je in dieser Zusammensetzung würde spielen können. Wochenlang verhandelte Teammanager Ruedi Gygli mit dem Arbeitsamt des Kantons über die Arbeitsbewilligungen für seine vier Spieler aus den Drittstaaten Brasilien, USA und Venezuela. Nach dem Entscheid des Bundesrates, die Kontingente für Fachkräfte ausserhalb der EU/Efta für 2015 um rund 30 Prozent zu reduzieren, sind die benötigten Arbeitsbewilligungen dieses Jahr das grosse Thema. Dies traf nicht nur Volley Näfels, sondern viele Sportvereine wie beispielsweise die ZSC Lions, ehe sie den Zuzug des amerikanischen Supertalents Auston Matthews vermelden konnten.

Der Kanton Glarus bekam ein Kontingent von neun Bewilligungen zugesprochen, von denen Näfels deren vier beantragte. Da der Kanton das Kontingent bis Ende Juli erst zur Hälfte ausschöpfte, bekam Gygli letzte Woche grünes Licht, nachdem lange Zeit nur die Zusage für Fabian Martinez vorgelegen hatte. So kann Dalibor Polak, zwar später als geplant, den Trainingsbetrieb mit dem ganzen Team aufnehmen, dafür wird jenes Personal zur Verfügung stehen, das man sich bei Volley Näfels gewünscht hat.

Der Rückkehrer: Denis Milanez versucht sein Glück erneut in Näfels.

Zeigt (Landes-)Flagge: Der Venezolaner Fabian Martinez hat gut lachen, denn