Dalibor Polak sieht bei Volley Näfels noch Steigerungspotenzial
Nach der ersten Hälfte der Qualifikationsrunde grüsst Volley Näfels von der Tabellenspitze. Im Interview spricht der Spielertrainer darüber, weshalb es bisher so gut lief und was noch zu tun ist. Die nächste Prüfung für den Leader steht bereits heute Samstag in Lausanne an.
Mit Dalibor Polak sprach Köbi Hefti
KH: Volley Näfels steht auf Rang eins nach der Vorrunde. Sind Sie auch mit den gezeigten Leistungen zufrieden?
Dalibor Polak, Spielertrainer Volley Näfels: Ich bin sicher zufrieden. Wir haben viele Spiele 3:0 gewonnen und nur sechs Sätze abgegeben. Wir waren stets motiviert und wollten immer ohne Satzverlust gewinnen.
KH: Wo sind die Stärken und was kann noch besser werden?
Polak: Ich bin mit Service und Annahmen sehr zufrieden, ebenso mit dem fighting Spirit. Ich habe der Mannschaft gesagt, dass vieles gut ist, dass aber auch noch einiges verbessert werden muss, wie das Zusammenspiel zwischen Block und Verteidigung.
Jumpservice bringt Erfolg
KH: Es mag etwas überraschen, dass sie die Service als Stärke nennen, gab es doch manchmal viele Servicefehler.
Polak: Klar, wenn man auf Ass geht passieren Fehler. Aber im letzten Spiel zeigten wir, dass wir gut zwischen Float- und Jump-Services variieren können und damit die Aufgabe für den Gegner etwas schwieriger machten. Ich selber bevorzuge den Sprungservice, bin überzeugt, dass dieser mehr Erfolg bringt. Von Bedrac, Pulko und Kankaanpää verlange ich, dass sie riskieren, zwischendurch den Gegner mit Floats aber auch überraschen.
KH: Welches war für Sie bisher der Höhepunkt in dieser Saison?
Polak: Obwohl wir gegen Lugano verloren haben, war der gewonnen erste Satz sehr, sehr gut. Aber auch die Spiele in Griechenland gegen Syros waren für uns trotz der Niederlagen sehr wertvoll.
KH: Was meinen Sie damit?
Polak: Wir konnten viel lernen. Block und Verteidigung ist immer ein wichtiges Thema, aber auch, wie man gegen einen starken Block angreifen muss.
Volley Näfels im Movember
KH: Mit Block-out Punkten wie gegen Schönenwerd?
Polak: Ja, ja, das ist meiner Ansicht der beste Angriff, wenn der Ball vom Block unerreichbar abgelenkt wird. Solche Punkte sind auch für die gegnerische Verteidigung frustrierend, weil sie keine Chance hat.
KH: In dieser Saison sah man durchwegs gute Spiele. Weshalb hat es auf Anhieb geklappt?
Polak: Wir haben dieses Jahr eine sehr gute Gruppe, mit einem tollen Klima. Wir machen vieles auch neben Training und Spielen zusammen. Aktuell beteiligen wir uns alle bei Movember und lassen uns einen Schnauz wachsen. (Anmerkung der Radaktion: MO Steht für Moustach/Schnauz; im November lassen sich zahlreiche Männer weltweit einen Schnurrbart wachsen und sammeln Geld für eine guten Zweck, dieses Jahr zum Thema Prostatakrebs). Dieses Jahr geht alles sehr einfach. Wir können sagen: Einer für alle, alle für einen. Das wirkt sich im Training, aber auch bei den Spielen aus. Das Teamwork funktioniert einfach.
KH: Wie gefällt Ihnen der Job als Teilzeitspieler, nachdem Sie schön ans Aufhören dachten?
Polak: Ich bin öfters im Einsatz als ich dachte. Wenn man immer spielt, bleibt man im Rhythmus. Mit Teilzeiteinsätzen im Spiel zu bleiben ist nicht so einfach. Dafür fällt die Regeneration leichter und es bleiben mir mehr Energie und Freiheit, um die Spiele vorzubereiten.
Ein Glücksfall für Näfels
KH: Wie beurteilen sie Ugi Ilic, Ihren Nachfolger auf der Diagonalposition?
Polak: Er ist neu im Team und die Abstimmung klappt nicht immer ideal. Dies ist normal. Es braucht Zeit, bis das blinde Verständnis klappt. Er hat aber gute Spiele gezeigt und ist ein 100%-iger Diagonalspieler.
KH: Toni Kankaanpää überzeugte bisher in den Spielen, Was sagen Sie über ihn?
Polak: Er ist ein kompletter Spieler, der bei Service, Annahme Angriff und Block stark ist. Er ist ein Leader in der Mannschaft, der vom ersten Tag an in die Gruppe passte. Für uns ist er ein Glücksfall und ich hoffe, dass es ihm hier gut gefällt.
KH: Gibt es Neuigkeiten zu Nico Beeler, dem dritten Annahmespieler? Fällt er die ganze Saison aus?
Polak: Nein, das ist nicht so. Er hat ein Problem mit dem Knie und ist in medizinischer Behandlung. Er benötigt jetzt noch vier Wochen Pause. Ich will diesen jungen Spieler nicht forcieren und plane, dass er im Januar wieder zur Mannschaft stösst.
KH: Ist ein Ersatzspieler für Nico Beeler vorgesehen oder gibt es einen Plan B, falls einer der beiden Annahmespieler ausfallen würde?
Polak: Wir haben keinen Ersatzspieler und planen auch nicht in diese Richtung. Sollte trotzdem etwas passieren, dann spiele ich auf dieser Position (und schmunzelt dabei). Beide Diagonalspieler trainieren dies und im Notfall könnten Ugi Ilic oder ich so spielen. Dies auch deshalb, weil wir mit Dani Werner einen sehr guten Libero haben.
KH: Am Samstag startet ihr auswärts gegen LUC in die Rückrunde. Folgt ein weiterer Sieg?
Polak: Das wird ein anderes Lausanne sein als jenes LUC, welches das Hinspiel im sgu 1:3 verlor. Damals fehlte ihnen der Diagonalspieler. Dieser ist jetzt da und spielt stark. Wir müssen uns gut vorbereiten, Videos analysieren und die richtige Taktik wählen. Aber ich habe keine Angst. Wenn wir das Beste auspacken können, dann wird das ein gutes Resultat für uns.
KH: Also mindestens zwei Punkte?
Polak: Ja, mindestens drei Punkte (grinst).
Lausanne UC - Volley Näfels
17.11.2012, 17:30, SOS II Dorigny, Lausanne
1. SR: Flückiger Adrian
2. SR: Falivene Ciro



























































































