Sonntag, 25. März 2007; 13:54
Allgemein

Champions League, Finalturnier - Samstag

Von: Sportinformation - Sandro Mühlebach

Die Volleyballerinnen von Voléro Zürich haben die Überraschung am Finalturnier der Champions League im Hallenstadion nur knapp verpasst. Im Halbfinal verloren die Zürcherinnen gegen das favorisierte Dynamo Moskau nur knapp mit 2:3   -> Bilder zu den beiden Samstagspielen folgen demnächst in unserer Galerie!

Zweimal legte Voléro einen Satz vor, am Ende eines hart umkämpften Spiels reichte es denoch nicht zum Finaleinzug. Nach 117 Minuten schlug Voléros Virgine De Carne im Tiebreak einen Angriffsball ins Out zum 15:9 für Dynamo. Ein Sieg wäre für Voléro durchaus möglich gewesen, am Schluss setzte sich die Klasse Moskaus aber wie erwartet durch. Im Spiel um Rang 3 treffen die Zürcherinnen heute (Sonntag) auf Teneriffa (Sp), das den zweiten Halbfinal gegen Bergamo (It) klar 0:3 verlor. Zumindest die Chance auf den 3. Platz ist für Voléro damit realistisch.

 

Am Ende fehlte Voléro, das nach überstandener Gruppenphase als Gastgeber automatisch für die Halbfinals gesetzt war, vor allem die mentale Stärke. "Wir spielten vier Sätze grossartig", so Voléros Trainer Velibor Ivanovic nach der Partie. Nachdem sein Team aber den Ausgleich zum 2:2 (nach einer 22:21-Führung im vierten Satz) habe hinnehmen müssen, hätten sie sich nicht mehr aufraffen können. "Uns fehlt die Erfahrung in solchen Situationen. Im Liga-Alltag spielen wir im Gegensatz zu Moskau nie auf diesem Niveau."

 

Das national überlegene Voléro darf mit seiner Leistung dennoch zufrieden sein. Die Cupsiegerinnen, die ab dem kommenden Mittwoch im Playoff-Final gegen Köniz das dritte Double in Serie anstreben, begeisterten die 3000 Zuschauer immer wieder mit ihren bekannt schnellen Angriffen. Die Taktik, den Block der grossgewachsenen Russinnen zu umgehen, schien lange aufzugehen. Passeuse Robyn Ah Mow-Santos lancierte ihre Mitspielerinnen wiederholt mit idealen Zuspielen. Den Angreiferinnen um Topskorerin Virgine De Carne (32 Punkte) und Mittelblockerin Mira Golubovic (20) bekundeten dadurch oft wenig Mühe, die Bälle ins gegnerische Feld zu schlagen. Mit den 32 Zählern De Carnes vermochte selbst Dynamos 2,04 Meter grosse und alles überragende Jekaterina Gamowa (29 Punkte) nicht mitzuhalten.

 

Moskau schien ob der Stärke Voléros überrascht: Im ersten Satz deklassierte Voléro den 15-fachen russischen Champion und elffachen Meistercup-Sieger nicht zuletzt dank einer starken Annahme gar mit 25:18. Nach dem 23:25 im vierten Durchgang war die Luft bei Voléro draussen. "Nachdem wir schon den Gewinn des zweiten Satzes (27:29 -- die Red.) verpassten, darf man zu diesem Zeitpunkt gegen ein Team wie Dynamo nicht noch einmal eine Chance auslassen", so Velibor Ivanovic.

 

Am Ende des entscheidenden Tiebreaks gelangen Moskau sechs Punkte in Serie, dreimal blockten sie dabei Angriffe Voléros erfolgreich ab. Diese Coolness am Schluss habe den Ausschlag gegeben, so Moskaus Trainer Leonid Zaiko. "Voléro spielte aktiver und war physisch stärker, bei uns klappte lange nicht alles so wie gewünscht. Doch mental waren wir heute besser, deshalb haben wir gewonnen."

 

Damit kommt es am Sonntag zum erwarteten Final zwischen Moskau und dem vierfachen Champions-League-Sieger Bergamo. Die Italienerinnen dominierten den zweiten Halbfinal vor einer wesentlich stimmungsvolleren Kulisse gegen den spanischen Vertreter aus Teneriffa deutlich. Einen wie das ganze Team eher verhaltenen Auftritt in der Equipe von der Kanarischen Insel hatte Logan Tom, letztes Jahr noch die Leaderin bei Voléro Zürich. Die Amerikanerin (10 Punkte) verlor jedenfalls das Duell zwischen den beiden "Volleyball-Models" gegen Bergamos Francesca Piccinini (17) klar.