Dienstag, 11. Dezember 2007; 10:42
Allgemein

CEV-Cup: Toulouse kein Aufbau-Gegner für Näfels

Von: Sportinformation, Sandro Mühlebach

Im Europacup können die Glarner kaum aus der Krise finden   (Si) In der nationalen Meisterschaft stecken die Volleyballer aus Näfels nach sechs Niederlage in sieben Spielen in der Krise. Der Europacup gegen Toulouse (Fr) dürfte dem Glarner Klub kaum die Möglichkeit bieten, aus dem Tief herauszufinden.

Bild: rkk-Passeur Marco Gygli wird nach dem Spiel durch Präsident Klaus Görauch zum MVP ausgezeichnet.


Das Gefühl für die erfolgsverwöhnten Näfelser (achtmal Meister seit 1998) ist neu. Erstmals seit Jahren sind sie in der NLA nicht auf den vordersten Plätzen klassiert. Vor der Saison zeichnete sich ab, dass die diesjährige Meisterschaft der Männer ausgeglichener verlaufen könnte. Dass der Titelverteidiger drei Runden vor dem Ende der Qualifikation aber mehr Niederlagen als Siege auf dem Konto hat, durfte nicht erwartet werden.

Mit dem 3:1-Sieg in den Achtelfinals des Schweizer Cups gegen Sursee fand Näfels am Sonntag auf die Siegerstrasse zurück. In den Achtelfinals des CEV-Cups gegen den französischen Titelanwärter dürfen sich die Näfelser aber kaum Chancen auf ein Weiterkommen ausrechnen. "Toulouse spielt auf einem anderen Level als wir", sagte Manager Ruedi Gygli zwei Tage vor dem Hinspiel in Toulouse. "Es wäre wichtig, dass wir die Spielfreude vom Sonntag mitnehmen, zu verlieren haben wir nichts." Mit dem Heimvorteil sei im Rückspiel in einer Woche dann vielleicht eher etwas möglich.

Auch ein Näfels in Bestform hätte gegen die Südfranzosen wohl kaum etwas zu bestellen. Die Konzentration im Glarnerland gilt deshalb viel mehr dem nationalen Championat. Und dort sieht Gygli wieder etwas Licht im Dunkel: Einerseits seien sie nach den RS-Absenzen dreier Spieler nun wieder komplett, und zweitens habe das Team gegen Sursee Moral getankt.

Gründe für das Tief gebe es viele, erklärt Gygli. Ein ehemaliger Spieler habe ihm gesagt, dass die aktuelle Mannschaft nicht wisse, was es bedeute, in Näfels Volleyball zu spielen. "Die fehlende Identifikation, bedingt durch die zahlreichen Wechsel im Team, das hat was", so Gygli. Zudem brächten die neu verpflichteten Ausländer nicht in jedem Fall die Leistungen, die Näfels erwartet hätte. Und weil es nicht nach Wunsch gelaufen sei, sei auch der neue Nummer-1-Passeur Ivan Bedrac unsicher geworden. Deshalb setzte Trainer Michel Bolle zuletzt öfters auf den 20-jährigen, noch unerfahreneren Marco Gygli.

Handlungsbedarf, das Team auf einigen Positionen zu verändern, bestehe im Moment nicht. "Wir ziehen das jetzt durch", so Gygli kämpferisch -- wohlwissend, dass die Meisterschaft mit den Playoff-Viertelfinals quasi neu beginnt. Sollte die Näfelser die Hürde Toulouse wider Erwarten überstehen, würden sie in den Viertelfinals auf Rom oder Belediyespor Istanbul treffen.