Sonntag, 7. Januar 2007; 18:07
Allgemein

CEV-Cup in Slowenien: Lehrstunde für SEAT Volley Näfels

Von: Köbi Hefti

Das Ausscheiden im CEV-Cup von Seat Volley Näfels gegen ein überraschend starkes Salonit Anhovo ist zwar enttäuschend, hat aber auch seine positive Seiten. Das Team kann sich nun voll auf die kommenden Aufgaben in der nationalen Meisterschaft und im Cup konzentrieren.

Gegen das zu starke Salonit Anhovo nützten auch Dreierblocks nichts wie hier einer der Latino-Söldner Rafa, Osias und Obeid





Seat Volley Näfels hat das Ziel Achtelfinal-Qualifikation im CEV-Cup nicht erreicht. Unmittelbar nach dem Spiel und der klaren 0:3 Niederlage im Spiel gegen das einheimische Team Salonit Anhovo Kanal war die Enttäuschung bei Spielern und Betreuern sehr gross. Nach dem guten Spiel und Sieg im ersten Gruppenspiel gegen Amsterdam waren alle sehr zuversichtlich. Doch die deutliche Niederlage am Samstag liess den Traum vom Spiel gegen das grosse Piacenza platzen. Präsident Klaus Görauch: "Wie gewonnen, so zerronnen. Der CEV Cup war für uns ein Flop. Unser Trainer hat sich ein Sieg hier an diesem Turnier zum Ziel gesetzt. Für den Verein ist das Scheitern aber nicht so tragisch. Klar, es ist schade, dass wir nun nicht gegen Piacenza spielen können."

 

Von der Stärke des Gegners überrascht

Die Reaktion auf die klare Pleite im entscheidenden Spiel wirft aber auch Fragen auf. War Seat Volley Näfels vom Gegner überrascht worden? Trainer Serramalera: "Leider trafen wir auf eine Mannschaft, die viel stärker war als wir es erwartet haben. In den bisherigen Spielen gegen die slowenischen Teams hatten wir bisher immer unsere Chancen. Salonit Anhovo war aber deutlich stärker als jene Gegner aus Slowenien, gegen die wir bisher spielten. Wir hatten von ihnen keine Videounterlagen und wussten nicht, wie sie spielen. Trotzdem spielten wir im ersten Satz sehr gut, sogar etwas über unseren Möglichkeiten und hatten gegen Satzmitte uns voll auf den Gegner eingestellt. Ab dem 2. Satz konnten war aber unser Niveau nicht mehr halten. Solche Spiele sind aber sehr wichtig für die Mannschaft, das hilft unserer Entwicklung." 

 

Dauerstress zeigt seine Wirkung 

Salonit Anhovo zeigte gemäss eigenen Aussagen gegen Näfels das Spiel des Jahres: Andrej Berdon, der sehr zuverlässige und strahlende Angreifer sagte: "Näfels ist ein gutes und starkes Team. Den ersten Satz haben wir sehr knapp und auch mit etwas Glück gewonnen. Dieser Satzgewinn war für uns sehr wichtig und entscheidend. Danach haben wir ausgezeichnet gespielt und viel Druck entwickeln können, ohne dass wir Fehler machten. Näfels hatte mit diesem Dauerstress Probleme und machte dadurch Fehler."

Warum halten die erfahrenen Spieler dem Druck nicht stand?

Dem  Druck der Slowenen waren die Spieler von Näfels nicht gewachsen. Sie waren zu anfällig, begingen Fehler und agierten nicht mehr druckvoll. Teammanager Gygli: "Im ersten Spiel gegen Amsterdam spürten wir, dass wir selber Druck auf den Gegner ausübten. So lief das Spiel sehr gut. Sobald wir aber selber unter Druck kommen, funktioniert unser Spiel nicht mehr. Mich überrascht das etwas, da wir in unseren Reihen doch sehr erfahrene Spieler haben, die solche Situationen kennen und sich nicht aus dem Konzept bringen lassen sollten." 

 

Trotz Niederlage gute Vorbereitung für Cup-Hit in Genf

Trotz der Niederalge sieht Trainer Serramalera auch Positives: "Die Mannschaft hat als Team überzeugt und phasenweise auf einem sehr guten Niveau gespielt. Im Vergleich zur nationalen Meisterschaft sind solche Spiele viel intensiver. Um in solchen Begegnungen zu bestehen, muss während des ganzen Spiels die Konzentration und die Intensität des Spiels zu hundert Prozent aufrechterhalten werden. So gesehen war dieses Turnier eine gute Vorbereitung auf die folgenden Aufgaben in Meisterschaft und Cup." Die folgenden Wochen werden für Seat Volley Näfels auch ohne die CEV Achtelfinal-Spiele anstrengend werden. Bereits am Mittwoch und Samstag folgen die beiden abschliessenden Spiele gegen Münsingen und Sursee in der Meisterschafts-Qualifiaktion, ehe am Sonntag Näfels für das Spiel im Cup-Viertelfinal zu Chênois nach Genf reisen muss. So gesehen ist es bestimmt kein Nachteil, wenn sich das Team jetzt voll auf die beiden nationalen Wettbewerbe fokussieren kann.

Dabei müssen aber nun die Resultate im Vordergrund stehen. Ab sofort kompromittieren weitere ehrenvolle Niederlagen ganz ernsthaft die restlichen Saisonziele, nach dem das erste ganz klar verfehlt wurde.