Bitteres Cup-Aus für Volley Näfels am Genfersee
Nach einer glorreichen Aufholjagd scheitern die Glarner Volleyballer im Tiebreak gegen Leader Chênois und scheiden damit aus dem Cup aus – Chênois Genève Volleyball - Volley Näfels: 3:2 (25:13, 25:22, 19:25, 20:25, 15:8).
Nach einem zweistündigen Spiel über fünf Sätze gegen Amriswil am Vorabend reisten die Glarner Volleyballer motiviert in die Westschweiz. Die Gastgeber aus Genf hatten kein einfacheres Programm hinter sich. Auch sie mussten gegen Schönenwerd in den fünften Satz und verloren diesen nach Verlängerung mit 26:24. Näfels konnte also mit Selbstvertrauen antreten.
Näfels startete mit der gleichen Starting Six wie am Vorabend. Ilya Goldrin war erneut krankheitsbedingt nicht auf dem Feld. Seine Aufgabe übernahm Nico Süess pflichtbewusst und ersetzte den Israeli hervorragend. Neben ihm standen Blazej Podleśny als Passeur, Nico Beeler als Aussenangreifer, Lorenz Küng als Libero, Antti Ropponen als Diagonalangreifer und die beiden Mittelblocker Risto Nikolov und Leandro Mejia auf dem Feld.
Genf überfährt Näfels
Trotz getanktem Selbstvertrauen erwischten die Gäste einen totalen Kaltstart. Chênois stand in Block und Verteidigung so gut, dass Näfels keinen Ball zu Boden brachte. Nach kurzer Zeit lautete der Spielstand 8:4 für die Hausherren. Näfels Coach Hafner reagierte mit einem Timeout – leider erfolglos. Die Genfer zogen weiter davon und zwangen Hafner zur Einwechslung von Gygli und Aebli für Podleśny und Ropponen. Die Mannschaft von Camperi – Chênois neuer Coach – konnte den Schwung aus der Startphase aber mitnehmen und den ersten Satz mit 25:13 dominieren.
Nach einer solchen Klatsche stellte sich die Frage wie Näfels reagieren wird. Hafner setzte erneut auf seine Starting Six und diesmal starteten die Glarner besser. Der Kolumbianer Mejia wurde von Podleśny immer wieder erfolgreich eingesetzt und scorte 5 von 6 Bällen im zweiten Satz. Chênois liess aber nicht locker, es entwickelte sich ein spannendes Spiel. In der Moneytime schraubten die Genfer die Touren nochmals hoch und nach einer Aufschlagserie von Topscorer Brzakovic war auch der zweite Durchgang Geschichte – Näfels brauchte eine bessere Strategie.
Libero Lorenz Küng war nach dem Spiel sichtlich enttäuscht, trotzdem konnte der Obstalder ein paar positive Aspekte mitnehmen: «Es ist sehr schwierig etwas Positives zu sehen nach so einem bitteren Ende. Ich glaube aber wir haben Heute Charakter und Stärke gezeigt. Nachdem wir die ersten beiden Sätze wirklich untergingen, konnten wir uns trotzdem nochmals zurückkämpfen. Das macht Spass und Stolz.»
Spannende Aufholjagd
Chênois wollte den Sack im dritten Durchgang zumachen, doch das Blatt wendete sich. Näfels machte mehr Druck am Service, fand gut ins Spiel und ging rasch mit 5:0 in Führung. Die Gastgeber mühten sich ab, den Rückstand wieder aufzuholen, doch Näfels reagierte mit einem Timeout und zog danach ein sauberes Spiel weiter. Die Equipe um Captain Gygli produzierte kaum Fehler und war erstmals auch im Angriff etwas erfolgreicher. So konnte Näfels in Sätzen auf 1:2 nachziehen.
Die mitgereisten Fans wurden wieder lauter und Näfels nahm den Schwung mit, startete auch im vierten Satz enorm gut und ging früh in Führung. Beim Spielstand von 12:6 wechselte Chênois Coach Djokic aus, doch die erwünschte Reaktion blieb aus. Mejia, Ropponen und Süess – die wichtigsten Punktesammler der Glarner in dieser Phase – punkteten immer wieder erfolgreich und nach zwei Assen des finnischen Topscorers Ropponen, war der vierte Satz besiegelt. Näfels glich zum 2:2 aus.
Am Ende reicht es trotzdem nicht
Die Stimmung in der Halle wurde immer besser. Aus einer aussichtslosen Situation wurde plötzlich ein Tie-Break um den Einzug ins Cup-Halbfinal. Genf legte einen perfekten Start im Tie-Break hin, während die Näfelser nicht wussten, wie sie reagieren sollten. Erstmals in der aktuellen Saison sah man Ropponen mehrfach scheitern. Chênois Spiel in Block und Verteidigung schien erneut wie eine unüberwindbare Mauer. Gleichzeitig machten sie keinen einzigen Eigenfehler und erzielten trotzdem zwei Asse. Nach dem 10:5 Vorsprung für die Westschweizer war der Ausgang des Spiels absehbar. Näfels unterlag den Genfern in einem wahrhaftigen Volleyballkrimi mit 2:3.
Küng meinte zum Ausgang des Spiels: «Wir konnten den Schwung im letzten Satz leider nicht mitnehmen, starteten sehr schlecht und nach dem Rückstand von fünf Punkten konnten wir uns nicht mehr zurückkämpfen. Unsere Fans haben definitiv mitgeholfen, dass wir uns nach dem zweiten Satz nochmals rankamen. Ohne sie hätten wir das nicht geschafft und mit so einer Stimmung zu spielen ist genial.»
Matchtelegramm
Chênois Genève Volleyball - Volley Näfels: 3:2 (25:13, 25:22, 19:25, 20:25, 15:8)
Centre Sportif Sous-Moulin, Thõnex (GE). Spieldauer: 104 Minuten.
SR: Simonovic, Wolf
Chênois Genève Volleyball:
Startformation: Rey (Passeur, 8 Punkte), Fischer (Libero), Radic (15), Urueña (12), Brzakovic (20), Djokic (Captain, 7), Rammé (15)
Einwechslungen: Jucker (Passeur, 0), Nasibullin (0), Abramov (1)
Headcoach: Marco Camperi
Assistant Coach: Emmanuelle Aime
Volley Näfels:
Startformation: Podleśny (Passeur, 1 Punkte), Küng (Libero), Beeler (10), Süess (16), Nikolov (4), Mejía (19), Ropponen (18)
Einwechslungen: Gygli (Captain, Passeur), Goldrin (0), Thuner (0), Lienhard (0), Aebli (0)
Headcoach: Matjaž Hafner
Assistant Coach: Álvaro Jurado Moreno

Topscorer Brzakovic machte den Näfelsern das Leben schwer

Matjaž Hafner fand scheinbar nach den 2. Satz die richtigen Worte, Näfels startete die Aufholjagd

Starke Gegenwehr: Leandro Meja und Nico Beeler blocken einen Genfer Angriff erfolgreich

Wichtige Waffe von Chênois: Block / Verteidigung schien teilweise unüberwindbar


























































































