Donnerstag, 29. März 2007; 11:40
Allgemein

Bis zum letzten Ball gekämpft - Näfels sichert sich in nur 68 Minuten mit einem 3:0-Heimsieg das Double

Von: Tagblatt - Markus Rutishauser (Bericht TV Amriswil)

Der Traum vom Titel war für den TV Amriswil gestern schnell ausgeträumt. Der hohe Favorit Näfels benötigte gestern nur etwas mehr als eine Stunde, um in drei Sätzen (25:22, 25:22, 25:21) das Double – also den Cup und den Meistertitel – zu erobern.

Nach dem hartumkämpften Spiel vom Sonntag (2:3) reisten die Amriswiler mit berechtigter (?) Hoffnung ins Glarnerland. Allerdings stellte sich schnell heraus, dass die Hürde aufgrund der ungleichen Voraussetzungen (siehe Wörtlich) noch ein weiteres Stückchen höher liegen würde. Die Näfelser wirkten körperlich wie mental frischer und begannen äusserst konzentriert und druckvoll. Dies zwang TVA-Trainer Jalal Baghdady zu einem ungewöhnlich frühen Time-out (5./4:7). Zwar war eine kurze Steigerung zu erkennen, doch Näfels verwaltete seinen Vorsprung – meist 3 bis 4 Punkte – relativ problemlos. Immerhin zeigten die Thurgauer eine tolle Moral und kämpften sich zum 19:21 nochmals heran. Angeführt vom Kreuzlinger Passeur Marco Bär und dem sprunggewaltigen Brasilianer Rafa liessen sich die Näfelser die Butter aber nicht mehr vom Brot nehmen. Nach 23 Minuten verwertete Rafa mit einem wuchtigen Smash zum 25:22-Satzgewinn.

 

Chance verpasst

 

Auch im zweiten Satz legten die Gastgeber vor 1000 begeisterten Fans in der Linth-Arena SGU gleich vor. Dieses Mal konnten die Amriswiler aber reagieren. Nach 10 Minuten gingen sie mit 12:11 erstmals überhaupt in Führung. Nun besassen sie ihre beste Phase im gesamten Match. Bei 22:20 schien sogar der Satzausgleich im Bereich des Machbaren. Aber anstatt den Sack zuzumachen, reihte sich nun plötzlich wieder Fehler an Fehler. Näfels buchte 5 Punkte in Serie und ging bereits vorentscheidend mit 2:0 in Führung. Bezeichnend war hier der Satzball, als sich die TVA-Annahme beim Service von A. Sutter verschätzte und dieser noch auf die Linie klatschte. Näfels agierte in dieser wichtigen Matchphase – nicht zum ersten Mal in dieser Finalserie – wesentlich abgeklärter.

 

Mehr Reserven

 

Im dritten Durchgang stemmten sich die Thurgauer zwar nochmals mit allem, was sie an diesem Abend zu bieten hatten, gegen das drohende Saisonende. 7:5 und 8:7 (6.) lagen sie vorne, doch dem überzeugenden Finish der Glarner hatten sie dann wenig entgegenzuhalten. Das Team von Trainer Juan Serramalera (Arg) hatte noch Reserven, zog am TVA vorbei, führte mit 21:16 und liess sich nicht mehr vom Meisterkurs abbringen. Spätestens nach einem umstrittenen Schiedsrichterentscheid zum 22:20 war die Entscheidung gefallen.

 

«Wir waren heute sicher auch im körperlichen Bereich überlegen», analysierte Marco Bär mit der Goldmedaille um den Hals. Ob er bei Näfels bleiben wird, sei noch offen. «Das hängt auch von meiner beruflichen Zukunft ab.»

 

Jalal Baghdady Wörtlich - «Die Belastung war einfach zu gross»

 

«Die Belastung für mein Team war am Ende dieser langen Saison einfach zu gross. Wenn man bedenkt, dass wir keine richtige Vorbereitung hatten, ist das Erreichen des Playoff-Finals ein toller Erfolg. Wir haben alles gegeben, aber das reicht gegen eine Mannschaft wie Näfels, die unter professionellen Bedingungen trainieren kann, einfach nicht aus. Wenn beim TV Amriswil nicht auch professionellere Strukturen geschaffen werden, bleibt für uns der Meistertitel auch in Zukunft unerreichbar.»