Samstag, 23. Januar 2016; 08:01
NLA

Biogas Volley Näfels setzt auf Veränderungen

Von: Köbi Hefti

Neben der Verpflichtung von Steve Gotch hat der Vorstand von Biogas Volley Näfels auch Veränderungen beim Training beschlossen. Physio-Therapeut Markus Stadelmann übernimmt mehr Verantwortung. Im Interview gewährt er einen Einblick in seine alten und neuen Aufgaben

 

Mit Markus Stadelmann sprach Köbi Hefti

Markus Stadelmann, Sie sind seit drei Saisons als Physio-Therapeut bei Biogas Volley Näfels tätig. Wie viele Bobos haben Sie während dieser Zeit schon behandelt?
Markus „Mäge“ Stadelmann: Mmh, das waren schon einige. Praktisch nach jedem Match gibt es etwas, das gepflegt werden muss.

Welches sind die häufigsten Beschwerden?
Das sind der Knie- und Rückenbereich. Der grosse Trainingsaufwand führt immer wieder zu Verspannungen im Rücken, teilweise mit Ausstrahlungen in den unteren Körperbereich, was mit Massagen behandelt werden kann. Bei den Kniebeschwerden muss ich zuerst herausfinden, woher die Schmerzen kommen. Ist es eine Überbelastung oder hat es einen anderen Grund. Entsprechend fällt dann die Therapie aus und kann auch Auswirkungen auf das Training des Betroffenen haben, indem er das Knie entlastet und andere Muskelpartien kräftigt, um das Knie zu entlasten.

Gibt es grundsätzliche physische Defizite?
Wir hatten jetzt doch einige Verletzungen, die meines Erachtens entstanden, weil es Mängel gab in Körperpartien, die nicht ausreichend trainiert wurden. Als Beispiel nenne ich die Gesässmuskulatur, welche viel zu schwach ist, was sich negativ auf die Knie auswirkt. Gleiches gilt für den unteren Teil des Rückens.

Wie sieht Ihr Wochenprogramm als Physio aus?
Am Donnerstag bin ich beim Team und behandle und massiere die Spieler nach ihren Bedürfnissen. Dazu bin ich bei den Spielen immer dabei.

Gab es bisher für Sie einen besonders eindrücklichen Moment als Physio?
Ein spezifisches Erlebnis gab es nicht. Aber die Spieler sind dankbar, dass man sich Zeit nimmt und versucht die körperlichen Probleme zu lösen. Ich persönlich bin immer zufrieden und glücklich, wenn die Spieler einen Match ohne Beschwerden durchspielen können.

Nutzen alle Spieler ihre Massagen und Therapien?
Im Verlauf der Saison kommt jeder einmal vorbei. Ist ein Spieler verletzt, dann erscheint er häufiger. Es gibt aber auch Spieler, die suchen kaum eine Massage, kommen vielleicht ein- oder zweimal während der ganzen Saison. Andere lassen sich regelmässig massieren, die brauchen dies.

Anfang Januar haben Sie zusätzliche Aufgaben im Verein übernommen. Sie werden vermehrt mit den Spielern arbeiten - vor allem im Kraftraum und betreffend Ernährung. Welche Schwerpunkte setzen Sie?
Am Montag- und Mittwochmorgen bin ich mit der Mannschaft im Kraftraum im Inform. Als ausgebildeter Fitness-Instruktor unterstütze und schaue ich, dass die Übungen richtig gemacht werden. Dazu spreche ich mich mit Trainer Dalibor Polak über die Schwerpunkte des Trainings ab.

Kommen dabei auch neue Trainingsmethoden zum Einsatz?
Ja, teilweise schon. Ich versuche, dass vermehrt koordinativen Aspekte enthalten sind, als Ergänzung zu dem, was Dalibor Polak in dieser Hinsicht bereits macht. Statt der sturen Geräte im Kraftraum soll koordinatives Arbeiten vermehrt im Zentrum stehen, denn ich bin überzeugt, dass dies mehr bringt.

Dazu habe ich am Mittwochabend vor dem Volleyballtraining noch eine Einheit in der Halle, wo ich ebenfalls hauptsächlich auf Koordination setze, meistens mit Sypoba, einer innovativen und modernen Form von komplexem Kraft- und Ganzkörpertraining. Das Ziel ist, dass die Mannschaft zum Start der Play-off Runde hundertprozentig bereit ist, sowohl mit dem Kopf wie mit dem Körper.

Sie coachen das Team aber auch betreffend Ernährung?
Ja, ein wenig. Bisher wurde die Ernährung nach den Auswärtsspielen stiefmütterlich behandelt. Das habe ich geändert – statt Sandwiches gibt es jetzt eine warme Mahlzeit, meist Kohlenhydrate. Ein anderer Punkt betrifft die Getränke vor, während und nach dem Spiel. Da sehe ich Potenzial zur Verbesserung. Nächste Woche wird unser Sponsor Verofit mit einer Ernährungsberaterin zu uns kommen und aufzeigen, was richtiges Trinken bewirken kann, auch in der Regenerationsphase.

Profitieren Sie als Physio vom erweiterten Aufgabengebiet, weil Sie die Spieler besser kennen und auch anders erleben?
Ja, das denke ich schon. Es entsteht eine Vertrauensbasis zwischen Spielern und mir. Ich habe den Eindruck, dass ich immer mehr Gehör bekomme und die Spieler die Zusammenarbeit sehr schätzen. Es macht Spass und ich will als kleiner Teil dieser Mannschaft meinen Beitrag leisten, damit wir um die Titel mitspielen können.

Mäge Stadelmann ist ein guter Zuhörer – als Physio muss er sehr genau erkennen, wo der Schuh drückt