Biogas Volley Näfels – mit totaler Einstellung zum 8. Cup-Titel
Biogas Volley Näfels gelang die ganz grosse Überraschung. Das Team von Dalibor Polak gewann gegen das übermächtige Lugano den Schweizer Cup-Final mit 3:1 (26:24, 28:26; 14:25, 25:19). Nach dem Sieg gingen die Emotionen hoch, sehr hoch.
„Genau so wie heute spielten wir bis Ende Januar. Wir wussten immer, dass wir Lugano besiegen können. Heute konnten wir alles abrufen, was wir konnten“, lautete die Kurzfassung von Assistent Mani Müller nach dem Spiel. Es war aber nicht nur eine Klasseleistung in taktischer und technischer Hinsicht, sondern auch eine exzellente Einstellung, welche das ganze Team im Cup-Final gegen den haushohen Favoriten Lugano auszeichnete und derart stark machte. Treffender als das Sprichwort „Wo ein Wille, ist auch ein Weg“ kann der Auftritt von Biogas Volley Näfels in der Wankdorfhalle nicht umschrieben werden. Luganos Coach Mario Motta sah die Niederlage seines Teams in der Stärke des Gegners: „Mehr Herz, mehr Hunger, mehr Wille bei Näfels waren entscheidend. Näfels hat verdient gewonnen.“ Mittelblocker Samuel Ehrat bestätigte diese Aussage mit folgenden Worten: „Es war brillant von allen Spielern, ein Riesenfight. Das war die kämpferische beste Leistung unseres Teams. Wir glaubten an uns und es ging auf. Das ist ein Supergefühl.“ Auch Neuzuzug und Ersatzmann Gustavo Meyer gratulierte seinen neuen Teamkollegen: „Näfels spielte ausgezeichnet, war derart inspiriert.“
Polak und sein Team schreiben Cup-Geschichte
Nach den schwierigen Wochen in der Play-off Runde und dem Verpassen des Finals, hatte Coach Polak die schwierige Aufgabe, sein Team wieder dorthin zurückzubringen, wo es vorher war. Bereits in den Spielen gegen Amriswil und Lugano bewiesen seine Spieler, dass die Form wieder zurückkommt. Im Training vor dem Cup-Final machte Polak mit seinem Team verschiedene Sachen und alles habe dabei funktioniert, verriet der Tscheche und erwähnt eine dieser Sachen ganz konkret: „Wir trainierten zwei Tage in Filzbach, denn nach den Trainings auf dem Kerenzerberg haben wir noch nie verloren, spielten immer gut. Das war gut für den Kopf.“ Am Ende sei es ein grosses Puzzle gewesen, das perfekt zusammenpasste, meinte Dalibor Polak weiter. Für ihn war dieser Cup-Sieg der erste Titel als „nur Coach“. Entsprechend glücklich und zufrieden war er. Er darf sogar stolz sein, denn dieser Sieg gegen Lugano ist eine der grössten Überraschungen in der Geschichte des Volleyball Schweizer-Cups.
Spieltempo überfordert Lugano
Aber nicht nur kämpferisch, sondern auch spielerisch hatte Näfels in manchen Bereichen die Nase leicht vorn. Die Glarner servierten besser, waren in der Annahme sehr stabil und machten in den wichtigen und entscheidenden Phasen weniger Fehler als die Tessiner. Und im Gegensatz zu den bisherigen Begegnungen gegen Lugano gelang es Näfels die Big Points zu ergattern, manchmal auch unter gütiger Mithilfe des Gegners, wie beispielsweise am Ende des ersten Satzes, als zuerst Banderó einen Zehnfingerpass klar ins Out setzte und danach Bruschweiler seinen Angriff ebenfalls verhaute.
Es war aber auch das Spieltempo und das Kombinationsspiel von Passeur Milanez, mit welchem Luganos Abwehr oft nicht mitkam. Der strahlende Teammanager Ruedi Gygli war voll des Lobes: „Das war eine Sensation wie wir spielten. Teamspirit, die Klasse und der Kampfgeist aller waren beeindruckend. Sie wollten gewinnen und haben gewonnen. Wir haben mehr erreicht als wir uns zum Ziel setzten. „
Nico Beeler wie Roger Federer
Einen einzelnen Spieler bei Näfels hervorzuheben fällt schwer. Ob Alexander und Ehrat in der Mitte, Pulko auf Diagonal, Martinez und Beeler auf Aussen, Milanez als Zuspieler oder Libero Sutter, jeder beeindruckte. Und trotzdem muss einer speziell erwähnt werden: Nico Beeler war überragend. Seine Services mit seinen gefährlichen Flatterbällen führten wie einige seiner Abwehraktionen zu sehr wichtigen Punktegewinnen. Doch vor allem im Angriff zeigte der Youngster dieser Saison eine hervorragende Leistung. Am Ende wurde er zum wertvollsten Spieler von Näfels auserkoren und erhielt dafür den „Goldenen Volleyball“. Diese Ehrung berührte Nico Beeler sehr und seine Reaktion erinnerte an jene von Roger Federer nach dessen grossen Erfolgen.
Biogas Volley Näfels darf auf diesen Titel stolz sein - ihn feiern, ebenso wie dies die zahlreich mitgereisten Fans in Bern nach dem Schlusspfiff taten. Nach dem verpassten Play-off Final ist dieser Titel mehr als ein Trostpflaster oder wie es Captain Büsser sagt: „Es war wunderschön – super, dass wir den Cup gegen Lugano holten. Wir wussten, dass wir sie schlagen können. Dass uns dies im wichtigsten Moment gelang ist sehr schön.“
Matchtelegramm
Energy Investments Lugano - Biogas Volley Näfels 1:3 (24:26, 26:28, 25:14, 19:25)



























































































