Biogas Volley Näfels lässt sich von Schönenwerd nicht aufhalten – Cup-Halbfinale
Biogas Volley Näfels steht im Halbfinal des Schweizer Cups. Auch im zweiten Aufeinandertreffen mit Schönenwerd innert 24 Stunden behielten die Glarner trotz knapper Satzresultate stets die Oberhand.
Nach der gelungenen Hauptprobe tags zuvor wollte Näfels von Beginn weg keine Zweifel aufkommen lassen, wer in diesem Viertelfinale des Cups die Favoritenrolle innehat. In der neuen, erneut gut gefüllten, Beton Coupe Arena in Schönenwerd hielten die Gastgeber jedoch zu Beginn stark dagegen. Die Solothurner liegen in der Meisterschaft deutlich hinter dem Spitzentrio zurück und hatten am Samstag einige Stammkräfte geschont – diese traten im ersten Satz entsprechend frisch und sehr konzentriert auf.
Das Spiel wogte hin und her, Näfels konnte meist leicht vorlegen. Angetrieben vom Publikum kam Schönenwerd jedoch immer zurück und hielt den Ausgang komplett offen. Die mitgereisten Näfels Fans hielten jedoch wie auch die Mannschaft auf dem Feld dagegen. Das Team von Captain Ehrat liess sich weder von der starken Gegenwehr noch von eigenen Ungenauigkeiten oder Fehlern verunsichern und holte kurz vor Satzende mit einem Break die erste Chance zum 1:0 heraus. Erst auf den zweiten Versuch verwertete Topscorer Martinez nach gelungener Verteidigung von Brändli. Es war dies bereits der fünfte Satz der laufenden Saison zwischen Näfels und «Schöni», welcher mit nur zwei Punkten Unterschied entschieden wurde, und doch gaben die Glarner noch keinen davon ab.
Auch nach dem Seitenwechsel war keine Mannschaft der anderen klar überlegen. Die Gastgeber punkteten zwar oftmals scheinbar glücklich via Blockaus, hielten aber weiterhin mit und versuchten alles, um die Gäste aus dem Konzept zu bringen. Kleine, mit Blicken und Worten geführte Techtelmechtel wurden vom Schiedsrichter aber souverän unterbunden und beeinflussten das Spielgeschehen wenig. Schönenwerd riskierte am Aufschlag viel, was sich auszahlte und sie kurzzeitig mit drei Punkten in Front brachte, doch Näfels kehrte die Partie vom 10:13 zum 18:14 mit grossem Selbstbewusstsein. Diesen Rückstand konnte Schönenwerd nicht mehr wettmachen, Näfels ging mit 25:22 in die Pause.
Martinez ortete den entscheidenden Unterschied am Aufschlag: «Wir konnten mit wenigen Fehlern am Service den Grundstein für die vielen Breakpoints legen. Dies gab in den knappen beiden ersten Sätzen den Ausschlag.»
Trotz der längeren Unterbrechung drehte die Partie im Anschluss nicht mehr, Näfels ging gar noch einmal mit stärkerer Entschlossenheit zu Werke und legte früh den Grundstein für das Erreichen des Halbfinals. Die Solothurner gaben sich nie auf und kämpften löblich, konnten jedoch auch mit frischen Kräften nichts mehr ausrichten gegen nun ganz starke Gäste. Spektakuläre Ballwechsel gab es dennoch zuhauf, und Näfels gab trotz komfortabler Führung keinen Ball verloren. Nach einer solchen Verteidigungsaktion in Extremis verletzte sich Drahtzieher Giger und wurde am Pass durch Aebli ersetzt – dieser setzte die entfesselten Angreifer jedoch genau so geschickt in Szene. Bei 24:14 nutzte Näfels den zweiten Matchball mit einem Knaller und zieht verdient in den Halbfinal ein, wo entweder Amriswil, Genf oder Jona wartet.
Die Stimmung im Team auf der Heimreise war natürlich ausgelassen, und der Tenor war eindeutig: «Wir wollen lieber nicht Genf auswärts im Halbfinal – zuhause sind sie wirklich gefährlich und die Partie ist nach der weiten Reise immer schwierig. Ein Derby gegen Jona im SGU wäre natürlich perfekt.» Doch auch Amriswil wäre gemäss Captain Ehrat spannend: «Dies wäre die Neuauflage des Halbfinals vor zwei Jahren und ein gutes Omen für uns». Näfels gewann die Partie sowie den Final in Fribourg in jener Saison.
Matchtelegramm
Volley Schönenwerd – Biogas Volley Näfels - 0:3 (24:26, 22:25, 14:25)
Betoncoupe Arena, Schönenwerd. - 500 Zuschauer. – Spieldauer: 81 Minuten.
SR. Stanisic, Grellier
Biogas Volley Näfels:
Startformation: Giger (Passeur) Ehrat (Captain), Sutter (Libero), Fořt, Brändli, Radomski, Martinez
Einwechslungen: Aebli, Süess, Formela
Headcoach: Dalibor Polak
Assistant Coach: Mani Müller
Volley Schoenenwerd:
Startformation: Dervisaj (Passeur), Gerber (Captain), Fischer (Libero), Rocamora, Hofstede, von Burg, Kollo
Einwechslungen: Roth, Häfliger, Mika
Headcoach: Rainer Vassiljev
Assistant Coach: Verro Indrek



























































































