Biogas Volley Näfels im Wechselbad der Gefühle
Biogas Volley Näfels spielt gegen Meister Amriswil verkrampft und unterliegt klar mit 0:3. Tags darauf spielen die Unterländer wie ausgewechselt und schlagen Volley Luzern mit 3:0.
Der Spitzenkampf gegen Meister Amriswil endete für Biogas Volley Näfels mit einer herben Enttäuschung. 0:3 verloren die Glarner. Dabei wollten sie unbedingt einen Schlussstrich unter die bald zwei Jahre dauernde Niederlagenserie gegen den Rivalen aus der Ostschweiz ziehen. Doch dieses Vorhaben belastete. Teammanager Ruedi Gygli meinte dazu: „Ich hatte das Gefühl, dass das Spiel viel zu verkrampft, zu wenig locker war. Die Anspannung führte dazu, dass das Team nicht das zeigte, was es kann. Wir spielten mit steifen Fingern und Armen. Die Verlustserie gegen diesen Gegner hat sich in den Köpfen festgesetzt.“
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Volley Näfels zeigte sich zwar kämpferisch, aber eben auch verkrampft und fehlerhaft. Bis zum ersten Time-out beim Stand von 4:8 gelang Näfels nicht viel. Erst danach fand es besser ins Spiel und zog an Amriswil vorbei. Beim Stand von 23:21 fehlten nur noch zwei Punkte zum Satzgewinn. Doch Amriswil wehrte sich erfolgreich, hielt die Fehlerquote in dieser entscheidenden Phase tiefer, wehrte drei Satzbälle ab und nutzte seinerseits die vierte Chance zum 31:29 Satzerfolg, dies dank eines Geschenks des Näfelser Topscorers, der den Ball unbedrängt weit ins Aus setzte. Im ersten Satz ärgerten sich die Anhänger aber nicht nur über die verspielten Chancen, sondern auch über die zehn Servicefehler. Auch Trainer Dalibor Polak gehörte zu den Unzufriedenen und kritisierte seine Stammsechs: „Wenn man schon in der Verlängerung ist, darf man nicht derart dumme Fehler machen. Verliert man einen Satz so wie diesen, geht oft auch das Spiel verloren.“
Die Effizienz macht den Unterschied
Der zweite Satz war bis zum Stand von 18:18 sehr ausgeglichen. Näfels agierte gefällig, profitierte aber auch von der Serviceschwäche der Gäste. Doch je näher das Ende des Satzes nahte, umso zittriger spielte Näfels. Die Angriffe der Glarner waren zu zahm und wurden eine Beute der Amriswiler Abwehr. Die Thurgauer sicherten sich mit 25:21 auch diesen Satz. Das beinahe identische Bild gab‘s im dritten Umgang. Näfels war bis zum zweiten Time-out dran, verpasste dann erneut den Anschluss und verlor den Satz mit 25:19. So ging der Sieg an ein Amriswil, das am Ende mit 28 Fehlern nur einen weniger auf dem Konto hatte als Näfels, aber dessen Erfolgsquote bei den Angriffen von 58% deutlicher besser war als jene von Näfels mit 41%. Bei Näfels wusste nur ein Spieler zu überzeugen - Konrad Formela, der wie der äusserst clever spielende Jovan Djokic zum Best Player gewählt wurde.
Captain Samuel Ehrat sieht verschiedene Gründe, die zu dieser Niederlage führten: „Im ersten Satz führten wir, hatten Chancen den Satz zu gewinnen, nutzen sie aber nicht, machten einige dumme Fehler. Dies hat uns gekillt. Es waren aber auch die vielen Servicefehler, die es für uns schwierig machten.“
Wie ausgewechselt gegen Luzern
Ein völlig anderes Näfels war am Sonntag gegen Volley Luzern am Werk. Gelöst, spielfreudig und mit Selbstvertrauen spielend, überzeugte die Polak-Truppe mit einem 3:0 Sieg. Die Luzerner war der erwartet hartnäckige Gegner, welcher nach den Sieg am Vortag gegen Chênois und vor zwei Wochen in Amriswil mit Vertrauen auftrat. Luzern begann stark, führte, ehe vor Satzmitte Näfels das Zepter übernahm und den Satz mit 25:17 für sich entschied. Auch im zweiten Umgang war zunächst Näfels erfolgreicher, führte 18:12. Luzern kämpfte sich mit starken Services und guten Blocks zurück und glich zum 19:19 aus. Am Ende aber gewann Näfels auch diesen Satz mit 26:24. Im dritten Satz dominierte Näfels das Geschehen bis zum 21:11 fast nach Belieben. Luzern reagierte, riskierte viel, blieb trotzdem fehlerlos und verkürzte auf 21:23. Mehr liess Näfels nicht mehr zu. Mit einem Service-Ass nutzte Biogas Volley Näfels den ersten Matchball zum 25:21.
Matchtelegramm
Biogas Volley Näfels – Volley Amriswil: 0:3 (29:31, 21:25, 19:25)
Lintharena SGU, Näfels. – 300 Zuschauer. – Spieldauer: 90 Minuten.
SR: Wolf, Sikanic
Biogas Volley Näfels:
Startformation: Giger (Passeur) Ehrat (Captain), Sutter (Libero), Formela, Radomski, Brändli, Martinez
Einwechslungen: Walzer, Aebli, Fořt, Roos
Headcoach: Dalibor Polak
Assistant Coach: Mani Müller
Volley Amriswil:
Startformation: Howatson (Passeur), Ljubicic (Captain), Daniel (Libero), Steigmeier, Kesten, Djokic, Hamacher
Einwechslungen: Brühwiler, Baghdady, Muntwyler, Nehemiah
Headcoach: Ratko Pavlicevic
Biogas Volley Näfels – Volley Luzern: 3:0 (25:17, 26:24, 25:21)
Lintharena SGU, Näfels. – 200 Zuschauer. – Spieldauer: 72 Minuten.
SR: Hefti, Kälin
Biogas Volley Näfels:
Startformation: Giger (Passeur) Ehrat (Captain), Sutter (Libero), Formela, Walzer, Fořt, Martinez
Einwechslungen: Radomski, Aebli, Süess, Roos
Headcoach: Dalibor Polak
Assistant Coach: Mani Müller
Volley Luzern:
Startformation: Peer Harksen (Passeur, Captain), Erik Harksen (Libero), Amstutz, Müller, Frame, Brzakovic, Ulrich
Einwechslungen: Wicki, Willimann
Headcoach: Lauren Bertolacci

Cleverness: Best Player Jovan Djokic fand in fast jeder Situation eine gute Lösung wie hier gegen Giger und Brändli

Vergeblich gestreckt: Steigmeier findet auch gegen Samuel Ehrat und Konrad Formela eine Lösung

Seltenes Bild: Schnelle und erfolgreiche Näfelser Angriffe durch die Mitte gab es nur vier

6:4 für Näfels: Näfels verbuchte zumindest bei den Killerblocks einen Sieg

Best Player: Konrad Formela war mit einer Quote von 59% der klar beste Näfelser Angreifer gegen Amriswil

Schwieriges Durchkommen: Luzerns Angreifer sahen sich oft vielen Händen gegenüber

Unter Druck: Die Näfelser Annahme wurde von Luzern einige Male richtig getestet

Lösungen gefunden: Auch in schwierigen Situationen behielt Näfels die Übersicht, wie hier Dominik Fořt gegen drei Luzerner

Best Player: Fabian Martinez wurde gewählt – verdient hätte es das ganze Team


























































































