Sonntag, 26. Januar 2014; 19:03
NLA

Biogas Volley Näfels besiegt LUC nach Fehlstart

Von: Köbi Hefti

Biogas Volley Näfels besiegt auch seinen engsten Verfolger Lausanne UC Volleyball. Beim 3:1 Sieg (16:25, 25:21, 25:20, 25:19) nach einem veritablen Fehlstart bewies Näfels, dass es sich aus bedrohlichen Lagen befreien und eine Partie drehen kann.

 

Eine grosse Partie war das Spiel zwischen Biogas Volley Näfels und Lausanne UC nicht, zumindest nicht spielerisch. Beide Teams hatten ihre Hochs und Tiefs. Näfels misslang der Auftakt ins Spiel vollkommen, während Lausanne seine Stärke dank der perfekten Services voll auszuspielen wusste. Nicht nur der brasilianische Servicebomber Pablo Cerqueira servierte ausgezeichnet, fast alle Vaudois brachten die Annahme von Näfels nicht nur ins Wanken, sondern zu Fall. „Wir wurden abserviert“, sagte Teammanager Gygli dazu. Kaum eine Annahme erreichte Passeur Gygli um ein schnelles, überraschendes Spiel aufzuziehen. Im Gegenteil, der Passeur musste oft auf dem ganzen Feld umhersprinten, um den Ball überhaupt noch zu erreichen. Entsprechend harmlos fielen die Angriffe aus und wurden zur leichten Beute der Lausanner Verteidigung. Passeur Gygli sagte zu dieser schwierigen Situation: „Sie haben super, wir schlecht serviert. Wenn beides zusammenkommt haben wir keine Chance.“ Näfels ging in diesem Satz mit 16:25 unter wie seit der Niederlage in Schönenwerd beim Saisonauftakt nicht mehr.

LUC-Libero unter Dauerbeschuss
Trainer Polak schien dieser Satzverlust jedenfalls noch nicht zu alarmieren. „Das war ein Fingerzeig“, sagte Polak zum Startsatz und bestätigte, dass sein Team nervös auf die guten Services reagierte, danach aber die richtige Einstellung fand, nachdem er in der Pause eine kleine Ansprache hielt. Was er sagte, verriet er nicht. Offensichtlich forderte er aber von seinen Spielern beim Service ein anderes Verhalten. Fortan wurde sehr oft Vautier, der Libero von LUC an- oder gar abserviert. Nur selten gelang es diesem die Bälle seinem Passeur Julien Carrel in die Hände zu spielen. Dies war der erste entscheidende Wendepunkt. Da aber das Team von Georges-André Carrel dank Diagonalspieler Vadeleux und des sprunggewaltigen Cerqueira immer noch regelmässig punktete, blieb der zweite Satz lange offen. Als Näfels innerhalb kurzer Zeit vier Side-outs nicht schaffte und damit den Gästen den Ausgleich zum 16:16 ermöglichte, reagierte Polak mit dem Tausch des Passeurs von Gygli zu Milanez. Dies war der zweite entscheidende Moment in diesem Spiel. Dieser Wechsel wirkte wie ein Weckruf, vergleichbar mit dem Spiel in Lugano, als ebenfalls der Wechsel des Zuspielers, damals kam Gygli für Milanez, die Wende brachte. Wie damals lief das Spiel von Näfels augenblicklich besser und einige der Angriffe wurden in einem Tempo vorgetragen, dem Lausanne nicht folgen konnte. Näfels holte sich den Satz mit 25:21.

Näfels im Steig- LUC im Sinkflug
Der dritte Satz war lange Zeit keine Feinkost. Näfels musste wenig dafür tun, um klar in Führung zu gehen. Bis zum zweiten Time-out beim Stand von 16:11 produzierte Lausanne nicht weniger als elf Fehler mit seinen Services und Fehlangriffen. Danach prägten bis zum Satzende beidseits sehenswerte Aktionen das Geschehen, wobei die Platzherren weiterhin erfolgreicher agierten. Näfels holte sich den Satz mit 25:20 fast mühelos. Im vierten Satz gaben die Gäste, allen voran der bis zu diesem Zeitpunkt beste und gefährlichste Lausanner Cerqueira, nach ausgeglichenem Start auf. Dies gefiel LUC Captain Julien Carrel nicht. Er kritisierte: „Das war keine gute Haltung des Teams. Wenn man in Rückstand ist sieht man, ob ein Team funktioniert. Das war heute aber nicht so.“ Biogas Volley Näfels drückte weiterhin aufs Gaspedal ohne es voll durchzudrücken und gewann den Satz mit 25:19 und das Spiel mit 3:1.

Näfels mit mehr Optionen
Lausannes Trainer Georges-André Carrel, der mit dem ersten Satz seines Teams sehr zufrieden war, erklärte den Unterschied der beiden Teams: „Näfels hat viel mehr Optionen bei Service und Angriff. Wir benötigen ausgezeichnete Annahmen um über die Aussenpositionen erfolgreich zu sein. Ist dies wie heute nicht der Fall, ist LUC keine grosse Mannschaft mehr.“ Captain Thomy Büsser gehört das Schlusswort, welches in einem Satz dieses Verfolgerduell treffend beschreibt: „Es ist erstaunlich dass wir mit dieser Spielweise gegen unseren engsten Verfolger doch mit 3:1 gewinnen.“

Matchtelegramm

Biogas Volley Näfels – Lausanne UC Volleyball 3:1 (16:25, 25:21, 25:20, 25:19)

Lintharena sgu, Samstag, 25.1.2014, 17:00,
Spieldauer 96 Minuten
Zuschauer: 200

Biogas Volley Näfels:
Startformation: Gygli (Passeur), Sutter (Libero), Bittner, Pulko, Alexander, Nico Beeler, Ehrat
Büsser (Captain), Milanez, Martinez
Trainer: Dalibor Polak

Lausanne UC Volleyball
Starformation: Carrel (Passeur, Captain), Vautier (Libero), Vadeleux, Cerqueira, Seifert, Schalcher, Djokic
Baldy
Trainer: Georges-André Carrel

SR: Tschrischnig Helmut, Grellier Cédric

Wow – diese Höhe von Daniel Alexander