Sonntag, 13. Januar 2008; 22:56
Allgemein

Benissimo, was Näfels im Cup zeigte

Von: Köbi Hefti

Der neue Trainer von Näfels, Edwin Benne, machte seine Sache bene. Den Cup Viertelfinal gegen Amriswil gewann sein Team dank einer guten Leistung überraschend und zur Freude der zahlreichen Zuschauer glatt in 3 Sätzen.




"Ich hoffe, dass es dem neuen Trainer gelingt dem Team eine neue Ambiance und neuen Einsatz zu verleihen", meinte ein Stammgast der Heimspiele vor dem Spiel. Eine andere Zuschauerin hoffte, dass es dem neuen Mann an der Seitenlinie gelingen würde, dass die Mannschaft wieder mit mehr Vertrauen agiert. Beide Wünsche erfüllten sich. Welch ein Unterschied im Vergleich zum Spiel vor einer Woche gegen denselben Widersacher.  

 

Die grosse Wende mit Risiko-Services 

Der Beginn war aber auch gestern Sonntag im Cup-Fight gegen den TV Amriswil alles andere als optimal. Die Einheimischen lagen schon nach wenigen Minuten 3:8 im Hintertreffen. Die wenigen Worte, die der Trainer an seine Spieler richtete, verfehlten ihre Wirkung nicht. Näfels startete zur Aufholjagd. Zuerst war es Miller, der mit seinen Services die Thurgauer in Bedrängnis brachte, wenig später doppelten Vinicius mit Hammerservices und Joelson nach. Daraus resultierte eine beruhigende 19:14 Führung. Diesen Vorsprung gaben die Einheimischen nicht mehr aus der Hand. Vinicius, der am Ende des Spiels vom Publikum zum besten Spieler von Näfels gekürt wurde, verwertete den Satzball zum 25:19 Satzgewinn.

 

Vertrauen und Freude kehren zurück

Auch der zweite Satz war kein Start nach Mass für Näfels. Amriswil führte 4:1 als Edwin Benne sein erstes Time-out bezog. Diesmal liess die Wende aber länger auf sich warten. Erneut waren es die risikoreichen Hammerservices von Vinicius und drei Asse in Serie, die Näfels erstmals in diesem Satz in Front brachten (13:11). Beim Stand von 16:14 geriet der TV Amriswil noch mehr in Bedrängnis. Die Annahmen der variantenreichen Services von Captain Sutter waren zu ungenau und verunmöglichten einen überraschenden Spielaufbau für Amriswils Zuspieler Marco Bär. Darin sah dieser den entscheidenden Unterschied: "Näfels servierte super gut. Wir konnten diese Services nicht entschärfen und so nicht auf jenem Level spielen wie noch vor einer Woche." Mit dem Vorsprung von 19:15 im Rücken wuchs das Vertrauen und die Freude von Näfels' Spielern immer mehr. Es war eine Truppe am Werk, welche mit viel Spielfreude und Überzeugung agierte. Genau so erfreut waren auch die 650 Zuschauer, als Joelson mit seinem Angriff Näfels 2:0 in Führung brachte. "Endlich gibt es wieder einmal etwas zu lachen", war die einhellige Meinung der Zuschauer in der Pause.

 

Ehrenrunde à la Brasil

Der dritte Satz verlief sehr spannend. Näfels begann stärker als die Gäste. Endlich fiel nun auch Näfels Diagonalspieler Joelson positiv auf. Aber der TV Amriswil liess sich nicht distanzieren.  So richtig spannend wurde es, als Amriswils Karic mit seinen Services die sie sonst stabile Annahme von Seat Volley Näfels in grösste Bedrängnis brachte, sechs Punkte in Serie an die Gäste gingen und Amriswil die erstmalige klare Führung mit 16:13 einbrachte. Den Umschwung brachten ein Blockpunkt von Miller/ Vinicius und ein Angriff von Passeur Bedrac, dazu ein Fehlangriff von Soares, dem MVP auf Amriswiler Seite. Damit stand es 19:19 und ein heisses Finale begann. Nach einem weiteren erfolgreichen Block von Miller und Andy Sutter kam Näfels beim 24:22 zu den ersten Matchbällen. Doch diese Chancen blieben ungenutzt, auch der dritte Matchball wurde von Amriswils Musterathlet Soares wuchtig zunichte gemacht. Doch die vierte Chance nutzten sie oder besser, liessen sie sich schenken. Amriswils Neuverpflichtung Darko Milisavljevic, er kam im dritten Satz für Schläpfer ins Spiel, setzte seinen Smash weit ins Aus. Näfels gewann auch den dritten Satz mit 25:27 und das Spiel überraschend klar mit 3:0. Die Freude bei den Spielern war riesengross. Einige jubelten sogar in brasilianischer Manier, zogen ihr Shirt aus und drehten eine Ehrenrunde durch die ganze Halle.

 

Die grossen Zufriedenheit bei Benne

Der neue Trainer von Näfels, Edwin Benne, kam bei seiner Heimpremiere bereits zum ersten Erfolgerlebnis. Innerhalb einer Woche ist es ihm gelungen, dem Team Vertrauen zu geben und die Freude wieder zu wecken. Entsprechend positiv äusserte er sich: "Das ist die genau gleiche Mannschaft wie bisher. Aber sie zeigte heute einen ganz anderen Auftritt. Wir haben diese Woche daran gearbeitet um das Vertrauen wieder zurückzugewinnen. Die Spieler waren sehr fleissig, haben gut zugehört und zu 95% im Spiel das umgesetzt, was ich wollte. Das ist schon wunderbar." 

 

 

 

 

 

 

Matchtelegramm Swiss Cup ¼ Final

 

Linth-arena SGU, Näfels 13.1.2008, 17:00

Spieldauer:  70 Minuten

Zuschauer: 650

 

SEAT Volley  - TV Amriswil - 3:0 (25:19, 25:17, 27:25)

 

SEAT Volley Näfels: Bedrac (Passeur), Andy Sutter (Captain), Werner (Libero), Vinicius, Joelson, Büschi, Miller, Roman Sutter, Trainer: Edwin Benne

 

TV Amriswil: Bär (Captain, Passeur), Kertai (Libero), Karic, Soares, Büsser, Willi, Schläpfer,  Kertai, Perler, Prawdzic, Milisavljevic

Trainer: Jalal Baghdady

 

 

1.SR: Hefti Michel, 2.SR: Tschrischnig Helmut