Aus der Traum von der Cup-Titelverteidigung
Am Samstag besiegte Näfels Lugano nach einem hart umkämpften Spiel. Gestern Sonntag verloren die Glarner dann aber gegen Chênois und schieden im Cup bereits im Viertelfinal aus.
Seat Volley Näfels zeigte im Cuphit gegen Chênois wieder einmal sein Kämpferherz. Die Näfelser verloren den Startsatz klar mit 17:25. Der verletzungsbedingte Ausfall von Guerra schien schwer zu wiegen. Im zweiten Umgang drehte Näfels dann aber auf. Der Meister war hellwach, kämpfte und hielt das Spiel ausgeglichen.
Jan Schnider und Andi Sutter punkteten regelmässig. 15:15 hiess es. Eine Serie von Grün-Services brachte Chênois eine deutliche 19:15-Führung. Näfels kämpfte sich aber nochmals heran und kam sogar zu einem Satzball. Am Ende aber jubelten die Genfer. Nach einem Fehlentscheid des Linienrichters verwandelten sie den 2. Satzball. Trainer Serramalera war nach dem Spiel ausser sich. «Der Linienrichter war eine Schande!», so seine deutlichen Worte.
Im dritten Satz schien die Vorentscheidung erneut nach einer Servic-Show des Genfers Grün gefallen zu sein. 12:8 führten die Rhônestädter. Doch Näfels gab nicht auf. Punkt für Punkt holten sie auf. Mit Talmon-Gros, der immer noch über Knieschmerzen klagte, kam nun ein erfahrener Blockspieler zum Einsatz. Auch Jamelão lief es nun besser. Mit vier Punkten in Serie schaffte Näfels den Ausgleich zum 18:18. Die Stimmung in der Halle war nun phantatisch. Die Fans sangen «allez Chênois, on va gagner». Näfels liess sich nicht beirren. In einem hitzigen Finale – wieder standen die Schiedsrichter in der Kritik – verwandelte Näfels den ersten Satzball zum 25:23 und verkürzte in den Sätzen auf 1:2.
Viele schlechte Annahmen
Auch im vierten Satz startete Näfels unkonzentriert. Wieder waren schlechte Annahmen zu sehen. Nach zwei Minuten hiess es 4:1 für die Genfer. Von diesem Rückstand erholte sich Näfels nicht mehr. Auch das grosse Risiko, das die Glarner beim Service auf sich nahmen, nützte nichts mehr. Chênois gewann den Satz und damit das Spiel. Für Näfels ist die Cupverteidigung damit Geschichte.
Manager Ruedi Gygli sah den Unterschied vor allem in der Verletztenliste. «Chênois spielte mit der Stammsechs, während wir auf Leistungsträger verzichten mussten.» Trainer Serramalera gefielen die Annahmen seiner Jungs nicht. «Aber ich kann meiner Mannschaft nichts vorwerfen. Sie hat alles gegeben. Chênois war heute sehr stark.» Jan Schnider sah im Ausfall von Guerra sogar noch etwas Positives. «So wussten wir von Beginn weg, dass wir hart kämpfen mussten.»
Viel Mühe mit Lugano
Auch das letzte und für die Rangliste bedeutungslose Spiel der Qualifikation vom Samstag war für Meister Näfels gegen Aufsteiger Lugano alles andere als ein Spaziergang. Die Tessiner boten dem Favoriten über weite Strecken der Partie die Stirn. Mehr noch, in den beiden ersten Sätzen waren sie die klar bessere Mannschaft. Sie führten 2:0 und standen einem Sieg sehr nahe. Näfels steigerte sich jedoch etwas, während Lugano nach der Pause die Konzentration nicht mehr auf demselben hohen Level halten konnte.
Dies erlaubte Näfels in der Mitte des dritten Satz erstmals überhaupt in diesem Spiel in Führung zu gehen. Am Ende reichte es zu einem sehr knappen 25:23 Satzerfolg. Auch im vierten Durchgang lag Lugano anfänglich klar in Front, ehe sich das Blatt Mitte des Satzes wendete, als Näfels sechs Punkte in Serie realisierte. Lugano resignierte und Näfels glich zum 2:2 aus. Im alles entscheidenden Tie Break konnte sich Favorit Näfels erst gegen Ende Vorteile erarbeiten. Lugano zeigte sich aber sehr kampfstark, wehrte vier Matchbälle ab und glich nochmals aus. Mit Eigenfehlern raubten sich die Tessiner aber selber die Chancen und schenkten Näfels letztlich den Sieg.
Unzufriedene Fans
Die Zuschauer waren mit dem Gebotenen nicht zufrieden. Es schien, dass die meisten Akteure von Näfels ihre Gedanken und Können bereits in die Taschen für den Cup-Viertelfinal eingepackt hatten. Auch wenn es um wenig ging, das Gezeigte war eines Meisterschaftsfavoriten unwürdig.
«Es war sicher nicht optimal, was das Team heute gezeigt hat. So etwas darf nicht passieren. Erst mit der Einwechslung von Roman Sutter änderte sich das Spiel. Er war es, der mit seinen Aktionen am Block die Mannschaft aufweckte», bilanzierte Teamcoach Gygli nach dem Samstagsspiel.



























































































