Sonntag, 9. Dezember 2012; 08:54
NLA

Auch Volley Näfels konnte Leader Lugano nicht stoppen

Von: Köbi Hefti und Severin Pfister

Volley Näfels verlor das Spiel gegen den grossen Meisterschaftsfavoriten Lugano im Tessin mit 0:3 (23:25, 21:25, 15:25). Zu Beginn und auch im zweiten Satz schien eine Überraschung möglich zu sein. Doch über alles gesehen konnten die Glarner ihr Potenzial gestern nicht abrufen und blieben am Ende chancenlos.

 

So problemlos wie die Fahrt über die Berardino-Route war, so problemlos startete Volley Näfels ins Spiel gegen den Tabellenführer Lugano. Bereits nach wenigen Minuten hatten die Glarner den grossen Favoriten Lugano mit 6:2 in die Defensive gedrängt. Coach Motta reagierte und nahm ein Time-out und weckte damit seine Stars. Lugano war danach schnell an den Glarnern dran. Näfels agierte zwar unter der Regie von Passeur Gygli weiterhin gut, doch Lugano fand immer besser ins Spiel. Die zu Beginn noch offensichtlichen Ungenauigkeiten bei den Pässen und Angriffen Luganos waren wie weggeblasen. Aber auch Näfels zeigte eine ordentliche Leistung. Passeur Gygli gelang es, das Spiel auseinanderzuziehen und damit die Abwehrarbeit der Gastgeber sichtlich zu erschweren. Dabei überzeugten die beiden Aussenangreifer Pulko und Kankaanpää am besten. Auffallend dabei war, wie der Finne fast jeden Ball aus dem Rückraum zum Punkt verwertete. So konnte Näfels den eingehandelten 11:16 Rückstand gegen Satzende immer mehr verkürzen. Doch die Aufholjagd blieb am Ende ohne Erfolg. Lugano rettete seinen Vorsprung knapp über die Ziellinie und holte sich Satz eins mit 25:23.

 

Näfels meist mit einer Nasenlänge voraus

Im zweiten Umgang zeigte sich Näfels in guter Form, bot der Star-Truppe von EN Gas & Oil Lugano die Stirn. „Das war gut, da haben wir Druck machen können“, gab Coach  Carolino zu diesem Satz zu Protokoll. Näfels führte bei den technischen Time-outs jeweils 8:6 und 16:15. Und wie in Satz eins, waren es die beiden Annahmespieler, welche für die sehenswerten Punkte bei Volley Näfels verantwortlich waren. Weit weniger gut lief es Spielertrainer Polak auf der Diagonalposition. Er konnte mit seinen sonst so gefürchteten Services keine Akzente setzen und wurde auch im Angriff immer wieder abgeblockt. Beim Stand von 18:18 übernahm deshalb Ugi Ilic seinen Platz. Doch auch dieser konnte dem Spiel von Näfels keine entscheidenden Impulse verleihen, so wie er dies zum Start der Rückrunde gegen LUC noch konnte. Ganz im Gegenteil, er blieb matt und fehlerhaft. Da Lugano den Druck weiterhin hoch halten konnte, verlor Näfels den Anschluss und den Satz mit 21:25.

 

Der Kopf war nicht bereit

Dieser 0:2 Rückstand war für die Glarner zu viel. Zu Beginn des dritten Umgangs passte nichts mehr zusammen. Daran konnte auch Passeur Bedrac nichts ändern, der nach dem 0:4 Rückstand ins Spiel kam. Lugano zog davon, ohne dafür wirklich viel machen zu müssen. Am Ausgang des Spiels gab es schon vor Satzmitte beim Stand von 2:11 kaum noch Zweifel. „Wir waren bis hierhin nicht im Spiel“, sagte Coach Carolino zu dieser schwachen Phase. Immerhin konnten die beiden Stimmungsmacher Kankaanpää und Ilic mit ihren Anfeuerungsversuchen nochmals etwas Feuer ins Spiel bringen. Dieses Aufbäumen führte dazu, dass beim technischen Time-out und beim Stand von 16: 11 das Score nicht mehr so brutal aussah, doch mehr als Kosmetik war dies nicht. Mit 25:15 ging der dritte Satz und damit der Sieg am Ende sehr klar an die Ticinesi. Pedro Carolino, der Mann an der Seitenlinie von Näfels, wusste am Ende nicht viel Positives zu berichten: „Wir haben nicht so gut und konstant gespielt. Wir haben zu wenig adaptiert, das heisst in gewissen Spielsituation nicht das richtige gemacht, da wir mit unserem Kopf nicht zu hundert Prozent bereit waren“. Der Coach sah aber auch Probleme in der Verteidigung und in der Angriffseffizienz.

 

Heute das Duell gegen den amtierenden Meister

Bereits heute muss Volley Näfels wieder ran. Zu Besuch in der lintharena sgu ist Meister Chênois. Carolino schaut voraus und ist optimistisch: „Wir haben sofort nach dem Match gesagt, dass dieses Spiel fertig ist. In unserem Kopf ist jetzt nur noch das Spiel gegen Chênois. Wir starten bei 0:0 und da ist alles möglich. Was heute war, spielt keine Rolle mehr.“

 

Matchtelegramm

Palestra Palamondo, Cadempino-Lugano,8. Dezember  2012, 18:00 

Spieldauer: 76 Minuten  

Zuschauer: 73  

 

EN Gas & Oil Lugano - Volley Näfels 3:0 (25:23, 25:21, 25:15)

EN Gas & Oil Lugano:

Garnica (Passeur), Galsio (Libero), Lehtonen, Manassero, Hubner, Banderò, Mariano; Sauss, Zanetta, Jockovic, Savic, Beggiolin, Lerch

Coach: Mario Motta

Volley Näfels:

Gygli (Passeur), Werner (Libero), Büsser (Captain), Pulko, Stefan Ilic, Kankaapää, Polak; Ehrat, Bedrac   Ilic Ugliesa; verletzt: Nico Beeler

Spielertrainer: Dalibor Polak, Coach: Pedro Carolino

1. SR: Tschumi Heinz

2. SR: Da Conceição Vitor

 

Ein Grund für die klare Niederlage: Lugano hatte die Diagonalspieler von Näfels gut unter Kontrolle