Samstag, 24. März 2007; 23:12
Allgemein

Andy Sutter: Ich bin glücklich bei SEAT Volley Näfels zu spielen!

Interview mit Andy Sutter als einem der massgebenden Spieler an den jüngsten Erfolgen von SEAT Volley Näfels vor dem vielleicht vorentscheidenden 4. Spiel vom Sonntag Nachmittag gegen den TV Amriswil im sgu.

Wie lebt es sich während der Woche bei nur einem Spiel am Wochenende, welches dann aber kapitale Bedeutung hat?

 

AS: Ja eigentlich wie immer. Viermal pro Woche haben wir Krafttraining jeweils morgens und den fünften Morgen verbringe ich mit Annahmetraining, das heisst also ein spezifisches Training für mich als Annahmespieler. Dann folgen die täglichen Trainings am Abend so dass es mir eigentlich nie langweilig wird. Nicht vergessen darf man auch die Hausarbeit, welche ich ebenfalls selbst erledige.

 

Hätten Sie lieber zwei Playoff-Spiele pro Woche?

 

AS: So wie im Halbfinal mit zwei Spielen pro Woche wäre für mich ideal. Wir haben ja zu Saisonbeginn auch extrem viel trainiert um uns genau für diesen Rhythmus vorzubereiten. Aber ab jetzt gibt es ja dann zwei Spiele pro Woche und da können wir nun zeigen wie gut drauf wir sind.

 

Wie geht es dem Stammspieler Andy Sutter?

 

AS: Ich fühle mich sehr gut momentan, denn nun ist der Druck weg, ich kann befreit aufspielen. Vorher wusste ich immer dass wenn ich 1-2 Fehler machte, war ich wieder weg. Nun läuft es mir super und natürlich merke ich das auch selbst sehr gut. Eigentlich bin ich sogar selbst überrascht, dass es nun derart gut geht im Spiel.

 

Haben Sie also den Knopf endgültig aufgemacht?

 

AS: Ich spielte schon früher gute Spiele, aber es waren nur einzelne. Nun ist es mir gelungen endlich Konstanz in meine Leistung zu bringen. Ohne Druck fällt mir alles viel leichter und darüber bin ich sehr froh.

 

Wie haben Sie es geschafft so viel Geduld aufzubringen?

 

AS: Die Saison ist das Volleyball wirklich zu meinem Beruf geworden und sicher gab es Phasen während den Europacupspielen, während welchen ich überhaupt nicht zufrieden war. Wie aus heiterem Himmel war ich plötzlich wieder nicht mehr in der Stammsechs, worauf ich dann mit dem Trainer das Gespräch suchte.

 

Wie sind Sie da im Gespräch vorgegangen?

 

AS: Ich war mir bewusst, dass dies eine heike Sache sein würde. Schliesslich hat der Trainer viel mehr Erfahrung als ich. Aber ich bin halt kein Typ welcher mit der Faust auf den Tisch schlägt. Ich bin da eher taktisch vorgegangen und habe versucht ihm aufzuzeigen dass er in einigen Momenten beim Coaching vielleicht nicht eine allzu glückliche Hand hatte. Selbstverständlich hat auch er mir seine Gründe dargelegt aber die Konsequenz war die, dass ich nachher wieder vermehrt eingesetzt wurde und meine Chance erhalten habe. Dies nicht zuletzt weil wir Klartext miteinander gesprochen hatten, schlussendlich aber doch im Guten auseinander gingen, was zeigt, dass meine eingeschlagene Taktik richtig war.

 

Was möchten Sie bei Ihnen noch verbessern?

 

AS: Alles. Man kann alles immer noch besser machen. Zur Zeit bin ich zwar zufrieden, aber die Annahme unterliegt noch zu starken Schwankungen. Auch mein Blockspiel ist noch verbesserungsfähig.

 

Ist eine gute Annahme erlernbar?

 

AS: Es braucht bestimmt sehr viel Talent. Nachher ist es aber eine riesen Fleissarbeit damit man es schafft bei jedem Ball 100% dran zu sein. Es gibt Spiele da bist du eine Zeit lang bei der Annahme entlastet und plötzlich servieren sie alle nur noch auf dich. Wenn du dann nicht 200% bereit bist, verlierst du schnell den Faden und dann wird es sehr hart.

 

Wie fühlt man sich als Annahmespieler wenn man bombardiert wird?

 

AS: Bombardiert! Man muss dann versuchen auf kleinste Details zu achten um möglichst schnell wieder aus dem Loch herauszukommen. So funktioniert eben dieses Spiel, es geht darum beim Gegner Schwachstellen auszumachen und diese dann schonungslos auszunutzen. Aber zum Glück hat man ja auch noch seine Mannschaftskameraden welche einem helfen können und in letzter Zeit bin ich auch nicht mehr ins Loch gefallen.

 

Was möchten Sie Ihren Fans sagen?

 

AS: Habe ich denn überhaupt persönliche Fans? Ich habe wirklich keine Ahnung ob ich welche habe. Aber auf jeden Fall möchte ich allen Fans von SEAT Volley Näfels sagen, dass es mir unheimlich viel Spass macht, vor vielen Leuten spielen zu dürfen. Alle die uns immer und immer wieder unterstützen haben einen riesen Dank verdient. Es ist vor vielen Leuten viel spannender zu spielen, wenn auch die Mehrheit für die gegnerische Mannschaft ist, aber es macht trotzdem mehr Spass. Es gibt dir noch mehr Motivation und ich bekomme jedesmal den Kick um meine beste Leistung zu zeigen.

 

Dann müsste Andy Sutter ja eigentlich im nahen Ausland spielen?

 

AS: Ja das ist eine Überlegung wert. Aber mein Ziel ist eigentlich klar. Ich arbeite darauf hin im Jahr 2012 im Beach Volleyball an den Olympischen Spielen die Schweiz vertreten zu dürfen. Darauf richte ich meinen ganzen Fokus aus. Aber hier bei SEAT Volley Näfels bin ich sehr zufrieden, es gefällt mir nach wie vor sehr gut und deshalb denke ich nicht daran ins Ausland zu gehen. Sollte aber die Möglichkeit kommen, würde ich bestimmt darüber nachdenken.

 

Was erwarten Sie noch in dieser Finalserie?

 

AS: Also ich bin auf sieben Spiele eingestellt. Am liebsten würde ich auch heute wieder gewinnen und dann am nächsten Mittwoch noch einmal. Zuhause einen Titel zu holen ist immer sehr schön, aber wir haben gesehen, in dieser Serie kann noch alles passieren, es ist sehr eng. Auch die jüngste Geschichte der Serien gegen Amriswil zeigt, dass es fast immer über die volle Länge geht und deshalb ist auch die Mannschaft auf sieben Spiele eingestellt.

 

Warum sind Sie eigentlich Volleyball-Spieler geworden?

 

AS: Schon früh bin ich zum Volleyball gekommen und habe mich hinaufgekämpft. Profi-Volleyballer bin ich aber eigentlich gezwungenermassen geworden. Es gelang mir nicht als Hochbauzeichner einen Job zu finden und deshalb habe ich dann ganz auf die Karte Volleyball gesetzt. Ich habe grossen Spass an diesem Sport obwohl man ja in der Schweiz kein richtiges Geld verdienen kann damit.

 

Was gibt Ihnen das Volleyball?

 

AS: Ein gutes Gefühl bei jedem Match und ein noch besseres bei jedem Titel den wir holen. Bezüglich Meisterschaft sind wir auf gutem Weg und die andern beiden Titel haben wir ja bereits geholt. Gegen Ende der Hallensaison freue ich mich jeweils wieder sehr auf die Beach-Saison, aber gegen deren Ende ist es auch wieder umgekehrt und ich freue mich wieder in die Halle zurück zu kehren. Ich bin sehr glücklich in meiner Situation.