Achtung, fertig, los! Die Volleyballmeisterschaft beginnt.
Nach Abschluss der Vorbereitungsphase und dem zweiten Rang im Supercup beginnt für SEAT Volley Näfels nun die 18. NLA-Meisterschaft in Serie. Seit 1994 mit dem Gewinn der ersten Silbermedaille mischen nun die Näfelser an der Schweizer Volleyballspitze mit. Insgesamt holten sich die Glarner in dieser Zeit 8 goldene, 5 silberne und eine bronzene Medaille. Ob am Ende der nächsten Saison eine weitere Medaille dazu kommt und welche es sein wird, ist im Moment sehr schwer vorauszusagen. Wie schon lange nicht mehr, ist beim Start zur nächsten Meisterschaft kein Favorit auszumachen. Vielmehr scheint nach dem Aufrüsten einiger Vereine, dass fürs Erste jeder jeden schlagen kann. Es darf mit grösseren Überraschungen gerechnet werden.
Bild: rkk-Weitblickende Ausblicke, doch die Richtung bleibt sehr unbestimmt
Fünf Stammspieler sind weg
Gleich fünf Stammspieler musste der Näfelser Volleyballklub nach dem Abgang von Captain Rafa, Passeur Bär, den Argentiniern Tonga und Obeid sowie dem Brasilianer Osias aus der letzten Erfolgsmannschaft ersetzen und dazu auch noch seinen langjährigen Erfolgstrainer Serramalera. Dass es da also noch viele Abstimmungsprobleme gibt ist eigentlich nicht weiter verständlich. Trotzdem ist es dem neuen Trainer Michel Bolle mit viel Arbeit gelungen, innert kürzester Zeit aus all den bestimmt sehr guten und talentierten Spielern eine neue Mannschaft zu formen.
Acht Schweizer Spieler im Kader
Als Captain haben die Spieler Andy Sutter gewählt. Er ist dank seiner sehr professionellen Einstellung zu seinem jetzigen Beruf als Volleyballspieler und trotz seiner jungen Jahre (22) der ideale Captain. Punkto Wille zur Leistung und Disziplin ist er regelrecht ein Vorzeigeathlet und jeder Klub in der Schweiz würde sich glücklich schätzen, Andy in seinen Reihen zu haben. Im Final des Supercups hat er zwar einen schlechten Tag erwischt, aber dass die nicht mehr als nur ein Ausrutscher war, wird er ganz bestimmt bereits in den nächsten Spielen schon zeigen. Wenn Libero Dani Werner schon letztes Jahr, in seiner ersten Saison bei Näfels, schon sehr gut gespielt hat, so ihm zuzutrauen sich im Verlauf dieser Saison noch zu steigern. Mit seiner herausragenden Intelligenz und dem scharfen Auge für das Spiel ist er im Rückraum eine Bank. Passeur Ivan Bedrac, aus der eigenen Juniorenbewegung hervorgegangen, ist in der Lage seine Mannschaft zu führen und geniesst bereits jetzt das Vertrauen seiner Mitspieler. Er ist ehrgeizig genug seinen Vorgänger vergessen zu machen und Mannschaft, Klub und allen Zuschauern zu zeigen, dass seine Wahl zum Stammpasseur mehr als gerechtfertigt war. Nach Jahren der Geduld kommt nun seine Stunde sich im gleissenden Scheinwerferlicht zu zeigen und mit gutem Spiel dem Erwartungsdruck standzuhalten. Sämi Büschi ist ein Spieler welcher immer heiss ist und sich nie ganz zufrieden gibt mit seiner Leistung. Immer möchte er noch etwas mehr und zusammen mit seiner grossen Erfahrung und der Ruhe in hektischen Momenten ist er für die Mannschaft ein sehr wertvoller Spieler. Roman Sutter eben erst von U-21 Beach-WM in Italien zurückgekehrt, hat sich mittlerweile von seiner Fussverletzung erholt und von ihm darf man ebenfalls eine Leistungssteigerung erwarten. Wohl dürfte er auch einiges mehr zum Einsatz kommen als noch letzte Saison, wo er vor allem beim Cupfinal gegen Lugano schon einmal so richtig gezeigt hat, was er alles kann. Der KV-Stift will ebenfalls hoch hinaus im Volleyball und dies trotz Dreifachbelastung von Schule, Beruf und Sport. Fabian Brander aus Sursee zu Näfels gestossen, wird auf der Position als Annahmespieler auf der Aussenposition zwar nur die Nr. 3 sein im Team, aber auch er hat sich so freigestellt, dass er zweimal pro Tag trainieren kann. Bereits gut im Team eingefügt, darf man auf seine Entwicklung gespannt sein. Ehrgeizig genug ist er auf jeden Fall den andern beiden Spielern den Stammplatz streitig zu machen und Druck erhöht ja meistens die Leistung. Rekrut Marco Gygli beschäftigt sich momentan während der Woche mit alles anderem als einem Volleyball. Aber auch er kann bei einem Spiel jederzeit eingesetzt werden um vielleicht seinen Stammpasseur für einen Moment etwas zu entlasten. Volleyballerisch sieht man ihm die gute Schule auf den ersten Blick an und ausserdem ist er ja auch noch erblich vorbelastet. Christof Suter hat dank seiner Grösse bereits in der zweiten Mannschaft immer wieder geglänzt. Auch er ein Versprechen für die Zukunft wenn er weiterhin mit so viel Eifer und Einsatz dabei bleibt.
Die Ausländer
Alle ausländischen Profis mussten ersetzt werden. Nicht zuletzt aus sprachlichen Gründen entschied man sich auf Spieler aus einem einzigen Land zu setzen. Die Wahl fiel nicht von ungefähr auf Spieler aus Brasilien. Joelson Barbosa wurde vom ehemaligen Näfelser Robert Ferreira vermittelt. Die beiden spielten in Argentinien noch zusammen, bevor Robert die Volleyballschuhe an den Nagel hängte. Der Diagonalangreifer spielte aber schon bei verschiedenen Klubs im Ausland. Nebst Argentinien war er auch schon in der Türkei bei Fenerbahce Istanbul und in Portugal bei Maritimo auf der Ferieninsel Madeira. Schon jetzt zeigt sich dass er auf seiner Position mehr Akzente zu setzen vermag als sein Vorgänger Obeid. Seine bisherigen Auftritte waren zwar noch schwankend, aber nicht nur einmal liess er sein grosses Können aufblitzen. Der junge Carioca Vinicius dos Santos hat zweifellos ganz grosse Klasse. Ob er aber den Abgang von Captain Rafa vollständig wettmachen kann, steht noch nirgends geschrieben. Wohl ist er im Angriff besser aber im Bezug auf die Stimmung im Team hat er die Impulse noch nicht in gleichem Masse gebracht wie sein Vorgänger. Seine Annahme ist aber ebenfalls nicht von schlechten Eltern und vom Typ erinnert er stark an Jamelão. Ebenso schalkhaft und aufgestellt wie der Diagonalspieler der Saisons 04/05. Last but no least kämpft im Maillot jaune der Näfelser auch noch der neue Mittelblocker André „Miller“ de Oliveira. In der selben Dimension wie er im Angriff weniger spektakulär spielt als sein Vorgänger Marcus Osias, ist er in der Blockabwehr umso effizienter. Diese scheint ohnehin eine sehr starke Waffe von Näfels zu werden was man bisher gesehen hat. Aber die perfekte Abstimmung zwischen Passeur Bedrac und Miller wird es bringen, dass das neue SEAT Volley Näfels auch über die Mitte schöne Spielzüge zeigen wird und hoffentlich viele Punkte bucht.
Wer schafft es?
Wieviele es braucht um auch diese Saison erfolgreich zu sein weiss keiner so genau. Aber trotz Aufrüsten der meisten Teams in der NLA ist das Rezept zum Sieg nach wie vor sehr einfach. Wer am Schluss, im letzten Satz, zwei Punkte mehr als der Gegner hat ist Sieger!



























































































