Freitag, 9. März 2018; 07:00
NLA

Topskorer Fabian Martinez - glücklich und traurig zugleich

Von: Köbi Hefti

Leader Biogas Volley Näfels empfängt heute Abend Luzern und reist am Sonntag zu LUC. Topskorer Fabian Martinez und sein Team würden gerne aus der Pole-Position in die Play-offs starten.


Seit fünf Jahren spielt Fabian Martinez schon bei Volley Näfels. „Das sagt sehr viel darüber aus, wie es mir hier gefällt. Ich mag den Verein sehr, der wie eine Familie ist“, schwärmt er. Auch seine Teamkollegen schätzt er sehr, wie auch die Liga mit den starken Konkurrenten. Während seiner Zeit im Glarnerland hat er viele Spieler kommen und gehen sehen. Nur Captain Ehrat und Libero Sutter spielen schon länger im NLA-Team als der Venezolaner. Dank dieser Spieler aus ganz Europa, und Nord- und Südamerika erhielt Fabian Martinez neue Einblicke in deren Kulturen. Sein Hauptaugenmerk hatte jedoch immer die sportliche Seite. Er erklärt: „Ich habe von diesen Spielern viel lernen können, das mich weiterbrachte.“ Mit einigen ehemaligen Teamkollegen steht er noch immer in regelmässigem Kontakt, wie beispielweise Roosewelt, Bruno, Kyle Friend oder Dan Alexander. Er lernte aber auch die Schweiz mit deren Kultur und Geschichte kennen. Dazu kam die Sprache, er versteht und spricht etwas Deutsch. Gerne würde er diese Sprache besser beherrschen, doch alle würden mit ihm immer englisch reden, sagt er.



Die grosse Traurigkeit von Fabian Martinez
Neben dem Job als Volleyballer bleibe wenig Zeit für anderes, sagt Fabian Martinez und ergänzt: „Manchmal ist das Profi-Leben auch etwas fad.“ Kommt dazu, dass er ein Heimwehmensch ist. Er erklärt: „Ich vermisse meine Familie und meine Freunde, mein Land und dessen Kultur. Ich habe meine Heimat im Herzen.“ Immerhin hat er es derzeit etwas einfacher, ist doch seine Freundin hier. So können die beiden zusammen die Zeit hier verbringen und sich gemeinsam nach ihrer Heimat sehnen. Doch die in einer argen Krise steckende Heimat Venezuela belastet Fabian Martinez auch. Er erklärt: „Wenn ich höre, wie es meinen Landsleuten geht, Menschen sterben, weil sie nichts zu essen haben oder Medikamente fehlen, dann macht mich das sehr, sehr traurig. Solche Gedanken lassen mich nicht so schnell los und bereiten mir manchmal Mühe, um mich wieder auf meinen Job zu fokussieren.“ Um dieses Elend zu mildern unterstützt er seine Landsleute. Viele Menschen seien schon ausgewandert, so etwa einige seiner Jugendfreunde wie auch zwei Brüder von ihm, äussert er sich mit Besorgnis über seine Heimat.



Die Erwartungen des Teams
Sportlich läuft es dem Südamerikaner in dieser Saison bisher sehr gut. Er ist Näfels Topskorer. Immer wieder sorgt er für Spektakel. Er ist ein Garant für viele Punkte - ein Schlüsselspieler. Dies ist er sich bewusst, legt aber viel Wert darauf, dass nur die Leistung des Teams zähle. Er erklärt: „Jeder Spieler ist auf alle seine Mitspieler angewiesen. Ich bin nur ein Teil des Teams und keineswegs wichtiger als jeder andere Spieler. Aber ich weiss, dass meine Leistung zentral ist. Ich muss meinen Job gut machen und die Punkte buchen. Das Team vertraut und erwartet von mir, dass ich der Punktelieferant bin.“



Offene Ausgangslage
Bereits vor vier Jahren formulierte Fabian Martinez, dass er Meister werden will. Dies ist heute nicht anders. „Wir wollen das beste Team der Liga sein und haben in dieser Saison gezeigt, dass wir gut sind“ sagt er und erwähnt dabei die Auftritte im Europacup. An diesem Wochenende entscheidet sich, wer sich für die Play-offs die Pole-Position sichert. Biogas Volley Näfels, derzeit Leader, trifft am Freitagabend im SGU auf Luzern und reist am Sonntag nach Lausanne zum letzten Spiel der Qualifikation. Das Ziel ist klar. Näfels möchte den ersten Platz verteidigen, und wenn möglich den beiden bisher punktgleichen Gegnern Amriswil und Lausanne in einem möglichen Halbfinal aus dem Weg gehen. Doch Fabian Martinez bringt es auf den Punkt: „Was auch immer kommt, wir müssen unsere Leistung bringen. In diesem Jahr gibt es viele starke Teams. Wir arbeiten hart und kämpfen um unsere Ziele zu erreichen.“


Fotostrecke zu Fabian Martinez




Qualifikation: 23. / 24. Spieltag

Biogas Volley Näfels – Volley Luzern

Lintharena SGU, Näfels, Freitag, 9. März 2018, 19:30 h




Lausanne UC – Biogas Volley Näfels

Centre Sportif Unil SOS, Dorigny, Sonntag, 11. März 2018, 16:30 h

 

Fabian José Martinez Roa: Er spielte schon seine fünfte Saison bei Näfels und gehört zusammen mit Captain Ehrat und Libero Sutter zu den dienstältesten NLA-Näfelser

Punktesammler Fabian Martinez: Ich geniesse das Vertrauen meiner Mitspieler, sie erwarten aber auch, dass ich die Punkte buche. Diese Verantwortung zu haben ist schön, aber es ist auch ein Druck

Topscorer: Ob in Europa oder der Schweiz, Fabian Martinez setzte in dieser Saison einige Duftnoten

Knaller: Wenn es Fabian läuft, dann sind seine Services für die Gegner eine grosse Herausforderung

Heimweh: Fabian Martinez hat immer Sehnsucht nach seiner Heimat – selbst wenn seine Freundin in Näfels zu Besuch klingt das Heimweh nicht ab.

xeiro ag