Montag, 17. Dezember 2018; 06:28
NLA

Näfels Volleyballer finden gegen die kämpferischen Luzerner kein Mittel

Von: Köbi Hefti

Biogas Volley Näfels verliert gegen Volley Luzern 1:3 (23:25, 25:27, 25:21, 23:25). In den entscheidenden Momenten spielten die Glarner schwach und versagten als Kollektiv.


Die Begegnung zwischen Näfels und Luzern war spannend, abwechslungsreich und emotionsgeladen. Das Ende aber gefiel nur den Zentralschweizern, welche nie aufsteckten und hervorragend kämpften. Näfels dagegen enttäuschte bei dieser 1:3 Pleite. Unmittelbar nach dem Schlusspfiff sagte Teammanager Ruedi Gygli: „Ich muss den Luzernern ein Kompliment machen – sie spielten sehr gut. Mit dem Service setzten sie uns unter Druck und im Angriff waren sie besser als wir. Sie haben diesen Sieg verdient.“

Dass es nicht der Tag von Näfels werden könnte, zeigte sich schon zu Beginn des Spiels. Die Einheimischen fanden den Rhythmus nicht. Bis zum ersten Time-out gelang ihnen kein einziger Punkt aus dem Spiel heraus. Der Unterbruch schien Näfels geweckt zu haben, spielte es doch danach wie verwandelt. Aus dem 6:8 Rückstand wurde eine 16:13 Führung. Wie sich zeigte, war dies aber nur ein Strohfeuer. Danach passte nicht mehr viel zusammen. Bis zum Satzende von 23:25 waren je ein Block- und Angriffspunkt das einzig zählbare, das Näfels noch selber zustande brachte.

Momentum nicht genutzt
Im zweiten Satz startete Näfels gut, führte 8:5. Dann gerieten die Angriffe erneut ins Stocken und Luzern drehte den Spiess um. Als die Gäste 21:18 führten, entschied sich Trainer Polak für einen Doppelwechsel. Für Harksen und den erstmals in der Startformation spielenden Wetzel kamen Roos und Aebli. Diese Rochade brachte das Momentum auf die Seite der Näfelser, welche mit 23:22 die Führung an sich rissen. Doch erneut entpuppte sich dies als Strohfeuer. Am Ende ging auch der zweite Satz mit 27:25 an Luzern.

Im dritten Satz vermochte sich Näfels nach erneut schwachem Start zu fangen und den Satz mit 25:21 an sich zu reissen. Massgeblichen Anteil dabei hatte Captain Nikolas Papangelopoulos, der beim Stand von 14:17 für Damian Hudzik ins Spiel kam. Die Services des Captains kippten diesen Satz und nährten die Hoffnung auf eine Wende.

Lichtblick Alberto Canazza
Der vierte Satz war eine sehr enge Kiste. Kein Team führte je mit mehr als zwei Punkten Vorsprung. Wie schon in den Sätzen zuvor, geriet Näfels auch in diesem Satz immer wieder aus dem Tritt, machte unglaubliche Fehler, nutze beste Chancen nicht und verpuffte viel Energie mit nutzlosen Schiedsrichter-Diskussionen. Energie, die dem Team in wichtigen Momenten fehlte. Stattdessen gab es immer wieder Chaos-Momente, während denen niemand das Zepter in die Hand nahm um für Ruhe und Ordnung zu sorgen. So war es auch in diesem Satz, den Luzern mit dem ersten Matchball zum 25:23 für sich entschied.
Dalibor Polak meinte nach dieser Niederlage: „Wir haben die ganze Woche gut trainiert, doch im Spiel mache ich und machen die Spieler entsetzliche und dumme Fehler. Offensichtliche Finten plumpsen zwischen den Spielern auf den Boden und Services landen meterweit im Out. Die Art dieser Fehler ist sehr hilfreich für den Gegner, besonders wenn ein Spiel derart eng ist wie heute.“

Trotz der Niederlage gab es bei Näfels auch etwas Positives. Mittelblocker Alberto Canazza spielte sehr stark, war mit 14 Punkten der erfolgreichste Glarner und wurde zum Best Player gewählt. Trösten konnte ihn dies nicht und vor allem etwas tat ihm sehr leid: „Es ist sehr schade für alle Zuschauer und Helfer, dass wir dieses Spiel verloren haben.“



Matchtelegramm

Biogas Volley Näfels – Volley Luzern: 1:3 (23:25, 25:27, 25:21, 23:25)

Lintharena, Näfels. – 250 Zuschauer. – Spieldauer: 98 Minuten.

SR: Rüegg, Auricht

Biogas Volley Näfels:
Startformation: Harksen (Passeur, 4 Punkte), Hagenbuch(Libero), Canazza (14), Yoder (13), Hudzik (6), Wetzel (12), Mantekas (5)

Einwechslungen: Süess (4), Papangelopoulos (Captain, 6), Aebli, Roos (2)

Headcoach: Dalibor Polak
Assistant Coach: Mani Müller


Volley Luzern:
Startformation: Widmer(Passeur, 3 Punkte), Saar (Captain, 21), Gautschi (Libero), Newcombe (8), Amstutz (8), Brzakovic (20), Döss Traagstad (12)

Einwechslungen: Willimann

Headcoach: Liam Sketcher
Assistant Coach: Daniel Ijsselstein

 

Premiere: Elias Wetzel stand erstmals als Diagonalangreifer in der Starting-Six

Unlösbare Probleme: Luzerns Kevin Saar stellte Näfels Defensive wie schon im Spiel in Luzern oft vor eine zu grosse Herausforderung

Zwischenhoch: Am Ende des zweiten Satzes holte Näfels nach einem Doppelwechsel einen 3-Punkte-Rückstand auf und ging gar in Führung, versagte dann aber am Satzende doch noch

Nicht nach seinem Geschmack: Peer Harksen war gegen sein letztjähriges Team sehr geladen, doch sein Spiel war es nicht

Der Anfang vom Ende: Damian Hudzik setzt diesen Ball ins Out, was den Luzernern die vorentscheidende 2:0-Satzführung einträgt

xeiro ag