Montag, 9. April 2018; 07:13
NLA

Biogas Volley Näfels greift nach dem Meistertitel

Von: Peter Aebli (Bilder: Köbi Hefti)

Mit einer starken Leistung gegen Amriswil sichert sich das Team von Dalibor Polak frühzeitig den Einzug ins Playoff-Finale. In diesem Finale spielt Biogas Volley Näfels in der Best of 5 Serie gegen Lausanne UC


Von einer Überraschung kann man nicht sprechen, denn bereits im Hinspiel hatte sich Näfels in einer spannenden Begegnung ganz knapp durchsetzt und sich für den schwachen Auftritt einige Tage zuvor im Cupfinal rehabilitiert. War dies eine Eintagsfliege? Das Rückspiel sollte es zeigen…


Näfels begann natürlich mit Demar am Service, der den Amriswilern im Hinspiel derart zugesetzt hatte. Der Auftakt missglückte, doch ein schlechtes Omen war dies nicht. Amriswil hingegen musste bereits beim Stand von 3:3 einen herben Rückschlag hinnehmen:  Ohne den an der Schulter verletzten Captain Ljubicic angetreten, musste Coach Pavlicevic nun auch auf Jakovlejevic verzichten, der sich am Finger verletzte. Der als Ersatz eingewechselt 19-jährige Robin Baghdady machte seine Sache aber hervorragend und wurde zu Recht zum „Best Player“ gewählt. Näfels‘ Kuba Radomski dazu nach der Partie: „Der zusätzliche Wechsel hat es uns nicht einfacher gemacht, denn wir spielten gegen ein Amriswiler Team, das anders aussah, als wir es erwartet hatten.“


Näfels hatte nun die Nase meistens leicht vorn, konnte sich nie wirklich vom Gegner absetzen, der von den zahlreich mitgereisten Fans lautstark unterstützt wurde. Es entwickelte sich ein echter Volleyball-Leckerbissen, und als Radomski den ersten Satzball verwandelte, war auch dem letzten Zweifler klar: Näfels kann es packen.


Nichts geht mehr
Volley Amriswil war offenbar angeschlagen, weder Howatson noch Steigmeier gelang eine starke Serviceserie, und Näfels war auf dem Siegespfad? Das haben die Spieler beim Seitenwechsel wohl im Hinterkopf gehabt, doch dann ging alles schief. Martinez wurde immer wieder geblockt, über die Mitte lief nun gar nichts, und schliesslich wechselte Polak notgedrungen das halbe Team aus. Ein emotionaler Thomas Brändli versuchte nach der Partie den Absturz zu erklären: „Plötzlich haben wir unglaublich viele Fehler gemacht, es lief nichts mehr und wir machten es Amriswil zu einfach – unverständlich.“


Spannung pur
Im dritten Umgang sah man nun mehr erfolgreiche Aktionen von Steigmeier, doch auch Näfels kehrte wie verwandelt aufs Feld zurück. In die ausgeglichene und sehr fair geführte Partie kamen nun auch Emotionen, nicht zuletzt aufgrund umstrittener Schiedsrichterentscheidungen, die jedoch immer sportlich akzeptiert wurden. Nur eine kleine Fehlerserie hätte dem betroffenen Team das Genick gebrochen, aber dazu kam es nie. Die Thurgauer und Glarner duellierten sich auf höchsten Niveau, erkämpften sich Satzbälle und wehrten dies gleich wieder spektakulär ab, während die vollbesetzte Lintharena tobte. Ein Quäntchen Glück im richtigen Moment gehört auch dazu, und schliesslich entschied der Unparteiische bei 30:29 für Näfels korrekt auf eine Ballberührung durch den Amriswiler Block, und der Satz war im Trockenen.


Volle Konzentration und Sieg
Amriswil versuchte nun zu reagieren, blieb dank Baghdady und Mittelblocker Mote an Näfels dran, tat sich aber nicht leicht mit einem veränderten Glarner Spiel: Passeur Demar setzte nun öfters die Mitte ein, spielte eine starke Passeurfinte im richtigen Moment und vertraute auf Konrad Formela als Punktelieferant. Trotzdem liessen sich die Gäste nie um mehr als zwei Punkte distanzieren und zeigten auch keine Nervenschwäche angesichts des drohenden Ausscheidens aus der Meisterschaft.


Näfels setzte sich nach mehr als zweistündigem Spektakel durch und sicherte sich den Einzug ins Playoff-Finale so wie es sich Trainer Polak gewünscht hatte, nämlich den möglicherweise stärksten Konkurrenten Amriswil bereits im Halbfinale zu bezwingen. Thomas Brändli freut sich auf die nächste Herausforderung: „In der Westschweiz herrscht immer eine tolle Stimmung und die Fans sind grossartig.“  - Die Glarner sind da aufgefordert, Paroli zu bieten!


Biogas Volley Näfels – Volley Amriswil: 3:1 (27:25, 17:25, 31:29, 25:23)

Lintharena Näfels. – 480 Zuschauer. – Spieldauer: 126 Minuten.

SR: Stanisic, Wolf


Biogas Volley Näfels:
Startformation: Demar (Passeur), Sutter (Libero), Ehrat (Captain), Martinez, Fort, Walzer, Radomski
Einwechslungen:  Brändli, Aebli, Formela, Roos


Headcoach: Dalibor Polak
Assistant Coach: Mani Müller



Volley Amriswil:
Startformation: Howatson (Passeur)(Captain), Daniel (Libero), Steigmeier, Mote, Jakovlejevic, Djokic, Kesten
Einwechslungen: Baghdady, Muntwyler, Brühwiler


Headcoach: Ratko Pavlicevic

 

 

Emotionaler Beginn: Näfels zeigte von Beginn an viel Herz

Das grosse Bangen und Leiden: Am Ende des ersten Satzes litten die draussen stehenden Spieler mehr als ihre spielenden Teamkollegen

Duell auf Augenhöhe: Der dritte Satz war an Spannung mit 2 Satzbällen für Amriswil und deren 6 für Näfels kaum zu übertreffen.

Defensiver Garant: Libero Sutter kratzte zahlreiche Bälle in Extremis

Wie zu besten Zeiten: Konrad Formela brillierte und trug viel zum Sieg bei

Erfolgreiches Coaching: Dalibor Polaks Einwechslungen erweisen sich als Trümpfe

Matchball: Der Amriswiler in Glarner Diensten beendet die Finalträume des Meisters

Finaaale – Finaaale: Der Lohn für eine grossartige Teamleistung

DJ Reto: Sorgte mit seiner frechen Musik für Stimmung und freut sich auch humpelnd über den Finaleinzug genauso riesig

Roger Federer Style: Thomas Brändli lässt seinen Gefühlen freien Lauf

xeiro ag