Mon­tag, 24. April 2017; 06:29
NLA

Vol­ley Nä­fels wird Vi­ze-Meis­ter im Vol­ley­ball

Von: Ro­lan­do Küng

Die Nä­fel­ser Vol­ley­bal­ler ver­lie­ren auch Spiel 3 des Play­off-Fi­nals, dies­mal mit 0:3 (21:25, 24:26, 19:25) und ge­win­nen da­mit Meis­ter­schafts-Sil­ber. Ge­gen Dou­b­le-Ge­win­ner Vol­ley Am­ris­wil blie­ben die Glar­ner auch im ach­ten Spiel der Sai­son oh­ne Sieg.


Am­ris­wil ist der rich­ti­ge Meis­ter
Der bis­he­ri­ge Ver­lauf der Fi­nal­se­rie im Schwei­zer Her­ren­vol­ley­ball hat­te ge­zeigt, dass die Thur­gau­er haus­ho­he Fa­vo­ri­ten auf die Ti­tel­ver­tei­di­gung wa­ren. Und sie sind ih­rer Fa­vo­ri­ten­rol­le oh­ne Wenn und Aber auch ge­recht ge­wor­den. Die Spie­ler un­ter Coach Da­li­bor Polak, fan­den auch im ges­t­ri­gen Spiel nur pha­sen­wei­se die Mit­tel, den Über­f­lie­ger die­ser Sai­son un­ter Druck zu set­zen. Auch beim letz­ten Auf­tritt ge­lang es nicht al­len Spie­lern gleich­zei­tig, auf al­ler­höchs­tem Ni­veau zu spie­len. Das wä­re aber nö­t­ig ge­we­sen, um Geg­ner Am­ris­wil echt her­aus­for­dern zu kön­nen. So geht al­so nach dem Cup­sieg auch die zwei­te Trophäe der Sai­son in den Thur­gau. Trotz­dem dür­fen die Nä­fel­ser Vol­ley­bal­ler stolz sein auf ih­re Leis­tung, wa­ren sie doch über die gan­ze Sai­son ge­se­hen, klar das zweit­bes­te Team der obers­ten Spiel­klas­se der Schweiz. Das Ziel mit ei­nem Ti­tel wur­de zwar ver­fehlt, aber im­mer­hin ge­lang es den Spie­lern um den schei­den­den Cap­tain Mar­co Gy­g­li, nach dem letz­ten Ti­tel­ge­winn von 2011, end­lich wie­der in den Play­off-Fi­nal vor­zu­stos­sen.

Ge­burts­tags­kind Mar­ti­nez kommt nicht auf Tou­ren
Vol­ley Nä­fels hat­te in der Se­rie ab­so­lut nichts mehr zu ver­lie­ren und spiel­te im Start­satz bis zur Mit­te ent­spannt und auf Au­gen­höhe mit sei­nem Geg­ner. Lag so­gar zeit­wei­se mit zwei Zäh­l­ern vorn. Bei Gleich­stand von 11 Punk­ten star­te­ten die Gast­ge­ber aber ih­ren Tur­bo und buch­ten drei­mal in Se­rie. Ih­re Ser­vices brach­ten die Nä­fel­ser nun wie­der ver­mehrt un­ter Druck, der An­griffs­auf­bau klapp­te nicht mehr wunsch­ge­mäss. Steig­mei­er und Prév­el trie­ben das Sco­re im ge­gen­sei­ti­gen Wett­lauf in die Höhe. (Das in­ter­ne Ren­nen ge­wann am Schluss der Fr­an­zo­se mit 21:17 Punk­ten) Pas­seur Gi­ger war wir­k­lich nicht zu benei­den und da­zu kam, dass Dia­go­nal­spie­ler Mar­ti­nez, an sei­nem Ge­burts­tag, weit un­ter der er­war­te­ten Leis­tung blieb. Gan­ze acht Punk­te buch­te er in die­sem Spiel. So mach­ten die Blau­en kur­zen Pro­zess und hol­ten sich mit dem drit­ten Satz­ball, es war wie­der Steig­mei­er, den Start­satz.

En­ge Kis­te in Satz zwei
Satz zwei war ge­prägt von vie­len Ser­vice­feh­lern hü­ben wie dr­ü­b­en. Vol­ley Am­ris­wil lag bis zur Satz­mit­te im­mer in Füh­rung, Nä­fels blieb ih­nen aber auf den Fer­sen. Bei 14:14 war erst­mals Gleich­stand. Aber lei­der nicht für lan­ge, denn so­fort zün­de­te der Geg­ner wie­der sei­nen Tur­bo und konn­te sich ab­set­zen. Vol­ley Nä­fels kämpf­te, jetzt mit Cap­tain Gy­g­li am Pass, und kam durch Ra­dom­ski und Fort - er er­setz­te Vu­ka­si­no­vic - wie­der heran. Trai­ner Pav­li­ce­vic ris­kier­te nichts und nahm so­fort ein Ti­meout. In der Fol­ge blieb der Satz span­nend, im­mer mit leich­tem Vor­sprung Am­ris­wils. Durch ei­nen zu die­sem Zeit­punkt sehr dum­men Ser­vice­feh­ler Eh­rats ka­men die Ober­thur­gau­er zum ers­ten Satz­ball. Vu­ka­si­no­vic konn­te pa­rie­ren. Doch Pas­seur Ho­wat­son fand bei den nächs­ten zwei An­grif­fen wie­der Prév­el, wel­cher die Sa­che in Ord­nung brach­te und sein Team auch die­sen Satz ge­win­nen liess.

Nach die­ser knap­pen Satz­nie­der­la­ge wä­re es ei­ne gros­se Über­ra­schung ge­we­sen, hät­te Vol­ley Nä­fels noch ein­mal sein bes­tes Vol­ley­ball au­s­pa­cken kön­nen. Das Pu­b­li­kum im Tel­len­feld be­gann sein Meis­ter­team be­reits zu fei­ern. Nicht ei­nen Mo­ment lang liess die Kon­zen­t­ra­ti­on des Heim­teams mehr nach. Mit viel Druck und se­hens­wer­ten Spiel­zü­gen brach­te Vol­ley Am­ris­wil den gros­sen Vor­sprung über die Zi­el­li­nie. Da nütz­ten auch die zwei letz­ten Punk­te von Vu­ka­si­no­vic zu sei­nem stol­zen To­tal von 14 Zäh­l­ern nichts mehr. Sie wa­ren lei­der nur noch et­was für die Sta­tis­tik.

Match­te­le­gramm

Sport­hal­le Tel­len­feld, Am­ris­wil TG, 23. April 2017, 14:00 Uhr

Spiel­dau­er 78 Mi­nu­ten; 
Zu­schau­er: 1320

Bio­gas Vol­ley Nä­fels:
Gi­ger (Pas­seur), Vu­ka­si­no­vic, Mar­ti­nez, Eh­rat, Wal­zer, Ra­dom­ski, Sut­ter (Li­be­ro); Gy­g­li (Pas­seur und Cap­tain), Roo­se­welt, Fort, Wun­der­le, Mül­ler.
Trai­ner: Da­li­bor Polak

Vol­ley Am­ris­wil:
Ho­wat­son (Pas­seur), Clé­ment (Li­be­ro), Fel­lay, Steig­mei­er, Lju­bi­cic (Cap­tain), Van Ber­kel, Prév­el; Bag­h­da­dy, Stiel, Bränd­li.
Trai­ner: Rat­ko Pav­li­ce­vic

Na­tio­nal­hym­ne: Auch das ge­hört zu ei­nem SM-Fi­nal

Sor­gen­kind: M. Prév­el stell­te Nä­fels oft vor un­lös­ba­re Auf­ga­ben

Trotz Schie­fla­ge: Am­ris­wil fand fast im­mer die bes­te Löung

Kampf: Marc und Ku­ba ge­ben al­les

Edel­jo­ker: Do­mi­nik Fořt hat sei­ne Auf­ga­be sehr gut geamcht

Letz­tes Auf­bäu­men: Sa­mu­el Eh­rat setzt Am­ris­wil noch­mal un­ter Druck

Schluss: Nä­fels Ab­wehr geht an die De­cke

Sil­ber ge­won­nen: Dar­über darf man sich auch freu­en

Dan­ke: Jungs, ihr habt ei­ne tol­le Sai­son ge­spielt und die Zie­le er­reicht – COOL!

xeiro ag